Rezension von Annemarie

Physik ist abstrakt, wirklichkeitsfern und enorm schwierig. Die physikalischen Experimente klappen nur selten und wenn, dann sind sie meistens langweilig. Wer nach mehreren Jahren leidvollen Schulunterrichts eine derartige Meinung hat, wird mit „Rubbel die Katz“ sehr überrascht werden. Denn die Intention des Autors, Aeneas Rooch, ist es, dem Leser Physik ganz anschaulich und alltagsnah zubringen. Dazu stellt er in diesem Buch die verschiedensten einfachen, aber dennoch physikalisch lehrreichen Experimente vor, die sich eigentlich alle ohne viel Aufwand in der Küche oder im Wohnzimmer durchführen lassen.

Jedes Kapitel befasst sich mit einem physikalischen Alltagsphänomen. Nach ein paar einleitenden Worten wird unter dem Titel „Das Experiment“ zunächst der Versuch erläutert. Im Anschluss kommt unter der Überschrift „Was sie sehen/merken“ eben jene Information. Folgend wird unter „Was hier vor sich geht“ der physikalische Vorgang, der dahinter steckt, erklärt. Ein paar weiterführende Informationen folgen, die dann auch etwas in Richtung „fachlichere“ Wissenschaft gehen. Den Schluss des Kapitels bildet meist eine Information, wo man das jeweilige Phänomen noch findet. War das Phänomen einzigartig, kommt einfach eine letzte, nette Information zu dem Thema.

Rezension

Im Grunde genommen stellt das Cover Aeneas Roochs Schreibstil eigentlich ganz treffend dar. So schreibt Rooch mit einem verschmitzten Auge und bringt mit seinen teilweise ziemlich – ungewöhnlichen – Anmerkungen auch in die eher trockenen Versuchsbeschreibungen Lebendigkeit und Humor. Zusätzlich beschreibt und erläutert Rooch die Zusammenhänge gut und verständlich.

Schön ist, dass jeder selbst entscheiden kann, wie sehr er in die Tiefen der Physik vordringen kann. Wer nur einen groben Einblick haben möchte, welche physikalischen Prozesse dem jeweiligen Phänomen zugrunde liegen, kann einfach an der Stelle im Kapitel zu lesen aufhören, wenn es ihm zu physikalisch wird, und mit dem nächsten Kapitel weitermachen. Der Autor bemüht sich, die Experimente so einfach wie möglich zu halten, bringt einen dabei aber auch manchmal in – nun ja – eher ungewöhnliche Situationen – etwa wenn man sich seine Hände sowie etwas Papier mit Textmarker bemalen und diese dann in der Disco (unter Schwarzlicht!) untersuchen soll. Wie gesagt, der Autor ist etwas skurril.

Aufgrund des populärwissenschaftlichen und humorvollen Schreibstils und der Einfachheit der Experimente ist das Buch daher besonders für Menschen geeignet, die von Physik eigentlich wenig Ahnung haben, aber gerne mehr Ahnung hätten, und für die, die wissen wollen, welche physikalischen Gesetze ihren alltäglichen Situationen zugrunde liegen. Besonders für die geeignet, die ihren Alltag etwas auflockern möchten (und auf der nächsten Feier/Party vielleicht auch mal etwas angeben wollen…). Seine handliche Größe und das nette Cover prädestinieren es geradezu als Geschenkbuch – insbesondere wenn man zu einer Feier eingeladen wird.

Fazit

Ein ausgesprochen unterhaltsames und humorvoll geschriebenes Buch mit vielen einfach durchzuführenden Experimenten. Besonders für humorvolle Nichtwissenschaftler geeignet, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen.

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