Rezension von Annemarie

Stefanie muss sterben. Mit gerade einmal 15 Jahren erfährt sie, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist. Von der Diagnosestellung an bis zum Tod von Stefanie, der leider unausweichlich eintritt, begleitet dieses Buch Stefanie in ihrer letzten Zeit. Der Großteil des Buches ist von Stefanie selbst geschrieben – lediglich die letzten paar Seiten, die, die die Zeit nach Stefanies Tod behandeln, sind von Freunden von ihr geschrieben, darunter auch von Frank, dem „offiziellen“ Autor dieses Buches, den Stefanie im Laufe des Buches kennenlernt. Das Buch hat keine Kapitel, sondern ist als Volltext durchgeschrieben.

Im Mittelteil sind einige Farbfotos zu finden, die Stefanie, ihre Bekannten und Verwandten, einige wichtige Orte und ein paar von Stefanies Abschiedsbriefen zeigen.

Rezension

Kann man ein Buch kritisieren, das hauptsächlich von einem sterbenden Mädchen geschrieben wurde, das das Sterben einer Jugendlichen zum Thema hat? Ich denke, auch ein solches Buch sollte man kritisieren können. So lasse ich das Credo „De mortibus nihil nisi bene“ einmal außer Acht und versuche, eine komplett objektive Rezension zu schreiben.

Stefanies Schreibstil ist typisch für den einer Jugendlichen, das sollte man wissen. Wer so einen Schreibstil nicht mag, sollte vom Lesen dieses Buches Abstand nehmen, oder zumindest vorher einmal ausführlich ins Buch reinlesen. Über Stefanies Umgang mit ihrer Krankheit mag man streiten. Ob es sinnvoll ist, sich „Gott, du kannst ein Arsch sein“, eintätowieren zu lassen und diese Rebellion von anderen Menschen fortführen zu lassen, mag man bezweifeln. Aber darum geht es auch nicht. Fakt ist, dass mit Stefanies Erzählung ein sehr anrührendes – teils trauriges, teils aber auch aufmunterndes Werk geschaffen wurde.

Man wird in diesem Werk mit einem schlimmen Schicksal konfrontiert. Allein dass eine gerade einmal 15-jährige Person sterben muss, ist schon sehr hart. Wer nicht sicher ist, ob ihm das zu viel ist, sollte das Buch lieber nicht zur Hand nehmen. Zum einen ist das Buch so sehr traurig, man merkt allerdings auch, dass Stefanie in der kurzen Zeit ihrer Krankheit unheimlich schnell erwachsen wird. So bekommt sie schon in ihrem jungen Alter teilweise Einsichten, über die ich nur staunen konnte und die ich erst bei sehr viel älteren Personen erwartet hatte. Es wird einmal mehr verdeutlicht, wie wertvoll Freunde und Familie sind, und dass es die kleinen Dinge sind, die das Leben lebenswert machen.

Allerdings fand ich das Buch etwas zu kurz, um mich wirklich in das Geschehnis einzufühlen. Ich hatte das Gefühl, gerade erst im Buch angekommen zu sein als es schon zu Ende war. Andererseits bewirkt die Kürze des Inhalts aber auch, dass das Buch leicht und gut transportabel ist.

Fazit: Ein trauriges, aber auch lebensbejahendes Büchlein über das Sterben eines Mädchens, das einem verdeutlicht, was für ein wertvolles Geschenk das Leben ist.

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