Rezension von Julia

Eine außergewöhnliche Lektüre, die sich zurecht seit Wochen auf den vorderen Rängen der Spiegel-Bestseller Liste befindet. Die Autorin schafft es, drei packende Geschichten immer abwechselnd zu erzählen und dabei den Leser zu sensibilisieren, wie enorm wichtig das Überleben der Bienen für die gesamte Menschheit ist. Neben immer wieder dezent eingestreutem Fachwissen bietet das Buch eine spannende Story.

Inhalt

Beinahe Gegenwart, Vergangenheit, sowie fiktive Zukunft – in drei verschiedenen Zeitfenstern spielen die drei Erzählungen, die unmittelbar mit der Geschichte der Bienen verbunden sind.

Tao, die in China im Jahr 2098 lebt, muss wie ein Großteil der Bevölkerung die Obstbäume per Hand bestäuben, da die Bienen ausgestorben sind. Sie lebt mit ihrem Mann und dem kleinen Sohn zusammen. Da ihr selbst eine Zukunft in einem besseren Beruf durch die Eltern verwehrt wurde, versucht sie, in ihrer geringen freien Zeit, dem Sohn das Zählen beizubringen. Bei einem Ausflug ins Grüne geschieht ein Unfall: die Eltern finden den Sohn Wei-Wen bewusstlos wieder und bringen ihn ins Krankenhaus, in dem sie nicht erfahren, was der Junge hat.

William, der im 18. Jahrhundert in England lebt, ist seines Lebens überdrüssig. Er hat viele Töchter, nur einen Sohn und ist als Wissenschaftler gescheitert. Am meisten quält ihn, das ihn sein ehemaliger Mentor aufgegeben hat. Dieser wirft William vor, das ihm die Familie schon immer wichtiger gewesen wäre als die Forschung. Ebenfalls hätte er keinen vollen Einsatz gezeigt. Selbst für seinen Laden, in dem er Samen und ähnliches verkauft, findet er nicht mehr die Kraft. Erst als sein Sohn ihn bittet, das Bett zu verlassen und er auf die Idee kommt, einen neuartigen Bienenstock zu entwerfen, der auf allen Seiten zugänglich ist, erweckt er zu neuem Leben.

George ist in den USA (2007) Imker. Der Beruf hat in seiner Familie lange Tradition, außerdem ist er sehr stolz auf seinen Hof. Für ihn ist klar, dass sein Sohn Imker wird. Dessen Pläne sind anders. Bereits in seinem Journalismusstudium erkennt sein Professor sein Talent für das Schreiben. Daraufhin bekommt er ein Stipendium. Sein Vater setzt alles in Bewegung, um seinen Sohn davon abzubringen.

Stärken

Die Idee und Umsetzung, drei parallel verlaufende Geschichten zu erzählen hat mir grundsätzlich sehr gut gefallen. Zusätzlich zu den Informationen über die Bienen kann man sich gut in das jeweilige Zeitalter hineinversetzen und über die Probleme der jeweiligen Zeit sinnieren. Das alte London, in dem Männer viel mehr wert sind als Frauen. Ohio vor 10 Jahren, mit der verbreiteten Problematik, das Familienbetriebe nicht mehr übernommen werden. Das China der Zukunft, in dem wie teilweise heutzutage schon die Menschen nach Fleiß und reiner Leistung beurteilt werden und sich stark der Regierung unterordnen. Es ist total spannend zu verfolgen, wie die Protagonisten fast verzweifeln (z.B. William, der erst nicht aus seiner Lethargie herauskommt) und dann doch wieder neue Hoffnung schöpfen (bei William mit der Konstruktion des Bienenstocks).

Kritik

Zum Ende des Buches werden alle drei Geschichten verbunden. Dies ist meiner Meinung nach nicht so gut gelungen, die vorher logischen Konstellationen haben mich im Zeitablauf verbunden eher verwirrt. Auch hätte ich mir bei einem ansonsten wirklich sensationellen Buch ein positives, vielleicht überraschendes oder auch noch mal an Spannung zunehmendes Ende gewünscht. Meinem Eindruck nach laufen zwei der drei Geschichten eher aus, als dass es ein klar definiertes Finale gibt. Einzig die Geschichte in der Zukunft hat ein einleuchtendes Ende, welches mit der Handlung konkludent ist.

Meine Bewertung
Schulnote 1-2

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