Rezension von Jennifer

Inhaltlich und gestalterisch ist die Geschichte in 3 Teile unterteilt. Bradley Trevor Greives erzählt aus der Ich-Perspektive von Cameron Bloom, wie die Familie Bloom die bislang schwerste Episode in ihrer Familiengeschichte meistert und welche zentrale Rolle ein kleiner Vogel dabei spielt. Cameron Bloom selber arbeitet als Fotograf. Mit vielen seiner Bilder von Penguin untermalt er die Texte von Greives im Hauptteil des Buches, wodurch sich der Hauptteil gestalterisch vom Pro- und Epilog unterscheidet. Im Prolog wird erzählt, wie Cameron Bloom und seine Frau Sam sich kennen und lieben gelernt haben, von der Hochzeit und der Geburt ihrer 3 Söhne.

Bei einem gemeinsamen Urlaub in Thailand wird Camerons lebenslustige und sehr unabhängige Frau bei einem Sturz lebensgefährlich verletzt. Sam überlebt, ist aber von nun an querschnittsgelähmt. In den Monaten nach dem Unfall verliert Sam immer mehr an Lebensfreude und versinkt in Selbstmitleid. Das Familienglück steht auf dem Spiel. Doch dann kam Penguin zu ihnen.

Als Küken aus dem Nest gefallen, mit gebrochenem Flügel, nimmt sich Sohn Noah dem hilflosen Vogelküken an. Aufgrund der Gefiederfarbe bekommt sie den Namen Penguin. Liebevoll setzen sich alle Familienmitglieder für die Pflege und Aufzucht des Kükens ein und schnell wird Penguin ein festes Familienmitglied. Sam und Penguin aber verbindet mehr. Sie teilen ein trauriges Schicksal und ein gemeinsames Ziel, was sie zu Verbündeten werden lässt. Sam will wieder aufrecht sitzen und stehen und Penguin endlich fliegen können.

Für diese Ziele und für ihre persönliche Freiheit kämpfen beide jeden Tag. Im Epilog schildert Greive noch, wie es Penguin in den zwei darauffolgenden Jahren ergangen ist und Sam schildert in einem persönlichen Brief, wie sie die Zeit nach dem Unfall und die Veränderungen in ihrem Leben erlebt hat, wie Penguin sie in dieser Zeit begleitet hat und was aus ihrer Sicht wichtig und hilfreich beim Umgang mit querschnittsgelähmten Angehörigen ist.

Review

Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Kurzgeschichte und Bildband. Diese Mischung wird auch durch das ungewöhnliche Format (18,5 x 2,2 x 20,5 cm) unterstrichen. Die Geschichte ist leicht und flüssig geschrieben. Der Stil erinnert an Texte aus einem Tagebuch. Während Prolog und Epilog im Fließtext geschrieben sind, ist im Hauptteil je Doppelseite nur auf einer Seite eine Textpassage gedruckt, während auf der anderen Seite ein Foto von Penguin gezeigt wird. Die Fotos sind meist farbig und zeigen Penguin alleine oder mit Familienmitgliedern, wodurch man einen schönen Eindruck vom Zusammenleben und Penguins Entwicklung bekommt und wieviel Vertrauen Penguin zu seiner neuen Familie hat.

Inhaltlich liegt der Fokus im Hauptteil des Bestsellers mehr auf dem Verhalten von Penguin und wie sich durch die Anwesenheit die einzelnen Familienmitglieder und die Dynamik in der Familie verändert. Häufig ist der Text auch nur auf das jeweilige Bild bezogen. Solche Textpassagen sind sehr kurz und erinnern mehr an Bildunterschriften. Auf das tägliche Leben mit Penguin im Detail wird nicht eingegangen. Hier habe ich mir häufig ein bisschen mehr Inhalt gewünscht.

Penguin Bloom ist kein Buch für ein abendfüllendes Kopfkino, sondern eher für kurze Momente, in denen man etwas fürs Herz braucht. Es ist ein Buch voller positiver Energie und zeigt, wie tief die Liebe zwischen Mensch und Tier sein und was diese Liebe bewirken kann. Es ist ehrlich und beschönigt nicht, wie schwer und frustrierend es sein kann, wenn sich das Leben durch einen Schicksalsschlag so gravierend ändert. Es macht aber auch Mut, denn Bedürfnisse und Träume ändern sich vielleicht, aber es lohnt sich trotzdem, für sie zu kämpfen.

Penguin Bloom bekommt von mir 4,5 von 5 Punkten.

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