Jan Becker: „Du kannst schaffen, was du willst: Die Kunst der Selbsthypnose“

Rezension von Annemarie

Inhalt

becker selbsthypnoseDas Buch ist in zwei Teile unterteilt, die insgesamt 20 Kapitel umfassen. Diese Kapitel sind noch einmal in kurze Unterkapitel gegliedert. Im ersten Teil des Buches werden die Grundlagen der Selbsthypnose erläutert. Becker erklärt, wie wichtig die Rolle des Unterbewusstseins beim täglichen Handeln ist. Mithilfe von Übungen, die der Leser selbst durchführen soll, zeigt er, wie leicht wir uns manipulieren lassen können, auch wenn wir der festen Überzeugung sind, alles unter Kontrolle zu haben.

Dabei wird auch deutlich, wie eng Körper und Seele zusammenhängen und, dass man durch eine veränderte Körperhaltung die Stimmung deutlich beeinflussen kann. Becker lehrt den Leser in ersten kleinen Übungen, wie er sich selbst hypnotisieren kann und damit eine veränderte Befindlichkeit, etwa ein wohliges Wärmegefühl im Körper, erzeugen kann.

Im zweiten Teil des Buches (Kapitel 11 bis 20) geht Becker dann auf die Umsetzung der Selbsthypnosestrategien im Alltag ein. In den unterschiedlichen Kapiteln behandelt er verschiedene Situationen, in denen Selbsthypnose erfolgreich sein kann. Wer hätte etwa gedacht, dass man durch Selbsthypnose sportliche Höchstleistungen vollbringen kann? Oder, dass man seine Partnerschaft retten, Schlaflosigkeit beseitigen und (leichte) Erkrankungen allein durch Selbsthypnose heilen kann? Die Grundlagen dafür sind im Buch gelegt.

Rezension

Wer dieses Buch liest, sollte dies an einem ruhigen, ablenkungsarmen Ort tun. Man muss sich oft Dinge und Situationen vorstellen und sich in diese versetzen können. Jegliche Ablenkung verhindert dies und macht den Erfolg der Selbsthypnose zunichte. Zudem ist ein Hypnosebuch auch ein eher „ruhiges“ Buch, das sich nicht so eben schnell durchlesen lässt.

Im Buch wurde empfohlen, die suggestiven Texte sich auswendig zu merken oder auf Tonband zu sprechen. Als ich die Übungen probierte und versuchte, mich selbst zu – ja – überlisten, klappte es leider überhaupt nicht. Bei der Übung gegen Frösteln bemerkte ich keinen Funken von Erwärmung. Vielleicht liegt das daran, dass ich absoluter Selbsthypnose-Anfänger bin, vielleicht auch daran, dass mein Ich sich nicht so leicht überlisten lässt. Dennoch war ich ziemlich enttäuscht. Die Wende kam erst, als ich auf die Idee kam, einer Bekannten die Suggestion vorzulesen. Der Effekt war bei ihr deutlich. Ihr ganzer Körper hatte sich – auch für mich fühlbar – erwärmt.

Dennoch entsprach das Buch nicht so ganz meinem Geschmack. Becker wirkt auf mich einfach irgendwie zu – ätherisch, seine Haltung irgendwie übersinnlich. Für mich als Naturwissenschaftlerin kam das manchmal schon etwas wie Hokuspokus vor, zumal die vorgegebenen Suggestionen bei mir selbst bis jetzt nicht das versprochene Ergebnis bewirken. Das Buch liefert wenige Erklärungen, warum die Selbsthypnose funktioniert (bzw. funktionieren sollte…), sondern stellt einem einfach die Phänomene vor – etwas wie bei einem Zauberkünstler. Ob die ganzen Übungen besser funktioniert hätten, wenn ich mehr esoterisch angehaucht wäre? Möglich wär’s.

Mein Fazit

Für alle, die bereit sind, sich voll und ganz auf die Selbsthypnose einzulassen und auf neuen, unkonventionellen Wegen ihre Laster und Zipperlein loswerden wollen ohne dafür allzuviel Zeit aufzuwenden, ist dieses Buch sicher ein nettes Hilfsmittel. Selbst wenn es nicht helfen sollte, schaden kann es ja nicht – einen Versuch ist es wert.