Yuval Noah Harari: „Eine kurze Geschichte der Menschheit“

Rezension von Annemarie

Inhalt

Harari beschreibt in seinem Buch chronologisch und in Romanform die Geschichte der Menschheit, angefangen von der evolutionären Abspaltung von Mensch und Menschenaffe über die alten Reiche und die Antike bis hin zur Gegenwart.

harari menschheitDabei richtet er seinen Fokus insbesondere auch auf die Frage, wie wir zu dem wurden, was wir heute sind, bzw. klärt überhaupt erst die Frage , wer wir denn eigentlich sind. Auf 500 (!) Seiten klärt er diverse Geschichtsirrtümer auf und bringt dem Leser die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft unterhaltsam näher. Wie es sich für einen Geschichtsprofessor gehört, wird auch die wissenschaftliche Korrektheit nicht außer Acht gelassen. Die Quellen werden als Fußnoten im Anhang näher erläutert. Trotz seines großen Umfangs ist das Taschenbuch überraschend leicht und gut geeignet für unterwegs.

Rezension

Ein Buch über Geschichte, von einem Geschichtsprofessor geschrieben – wie langweilig! So dachte ich, als ich das Buch zum ersten Mal in die Hände nahm. Dem zum Trotz hatte ich aber viel Gutes über das Buch gehört – und wagte mich trotzdem an die Lektüre.

Und tatsächlich, das Buch ist der Hammer! Ich habe sehr selten ein Buch über Geschichte gelesen, das dermaßen fesselnd war. Die Geschichte der Menschheit wird spannender als viele andere Abenteuerromane erzählt und das Spannendste ist: Es ist kein Roman, sondern die wahre Geschichte von uns allen. Man erfährt nicht nur unheimlich viel Neues – sicher nicht im Schulunterricht Gelehrtes – über die Geschichte, sondern lernt auch ganz nebenbei das Wesen des Menschen selber besser kennen. Denn um unser Wesen und unser Verhalten zu verstehen, muss man berücksichtigen, dass wir die kürzeste Zeit in Städten und im Überfluss gelebt haben – den größten Teil seit der evolutionären Abspaltung von Schimpansen und Menschen lebten wir als Jäger und Sammler.
Ich habe selten ein dermaßen  interessantes, leicht lesbares und unterhaltsames Buch aus der Feder eines Professors gelesen.

Sicher ist das, was in dem Buch als geschichtliches Ereignis steht, in vielen Fällen nicht zweifelsfrei bewiesen, sondern nur mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen und zum Teil auch etwas provokativ. So sollte man das, was in diesem Buch steht, auch nicht unbedingt dem Geschichtslehrer oder Professor in einem Referat als zweifelsfrei bewiesen vortragen. Andererseits ist es oft gar nicht mehr möglich, den Verlauf der Geschichte zu 100 % eindeutig aufzuklären – und Harari als bekannter israelischer Professor weiß ganz klar, wovon er spricht.

Mein Fazit

Für überzeugte Anhänger des Kreationismus weniger geeignet – für alle anderen: Lest es! Lest zumindest mal rein, wenn ihr es in der Bibliothek oder von Freunden irgendwie ausleihen könnt.

Ein spannenderes, zugleich aber handliches UND wissenschaftlich fundiertes Buch über die Geschichte des Menschen kann man auf dem Markt (bisher) nicht finden. Dieses Buch macht wirklich klug.