Max Frisch: Stiller

 

Zusammenfassung, Infos und Rezension
Autor: Beste Bücher

Inhalt:
Max Frisch (1911 – 1991) war ein Schweizer Schriftsteller. Seine drei Hauptwerke, „Stiller“, „Mein Name sei Gantenbein“ und „Homo faber“ gehören zu den wichtigsten Büchern der Weltliteratur die zugleich Bestseller wurden.

Ein „Mr. White“ – so beginnt der Roman – möchte in die Schweiz einreisen und wird verhaftet. Die Grenzpolizei hält ihn für den verschwundenen Bildhauer Anatol Ludwig Stiller. Mr. White will davon nichts wissen, leider folgt ihm die Welt in dieser Sache nicht so ganz, so dass er im Gefängnis landet.

Nicht hilfreich ist für ihn, das sein ganzes Umfeld bestätigt, dass er Stiller sei. Seine Frau Julika, seine Familie und seine Freunde bestätigen die Annahme der Grenzschützer. White aka Stiller besteht jedoch stur darauf, sich seine Identität selbst aussuchen zu können.

Wie endet das Buch? Sagen wir nur soviel: Hollywood würde das Ende umschreiben wollen…

Rezension:

„Stiller“ besteht aus sieben Heften mit Stillers Aufzeichnungen im Gefängnis und einem Nachwort des Staatsanwaltes.

Das Buch beschreibt die Identitätsprobleme eines Bildhauers – oder Spions? – der nicht mehr er selbst sein möchte. Oder wie er es formuliert: „Das Ich wird eine Behauptung der Welt, der man eine Gegenbehauptung, ein Nicht-Ich entgegenstellt.“ Ein interessantes Experiment: Man steht morgens auf und entschließt sich, seiner ganzen Umgebung konsequent ein anderes Ich, eine andere Identität vorzugaukeln. Ein nützlicher Hinweis zum Lesen kommt derweil von Friedrich Dürrenmatt – „ohne Mitmachen“, so Dürrenmatt, sei er „weder zu lesen noch zu begreifen“. Man muss sich schon auf ihn einlassen.

Abgesehen davon lässt der Lesefluss zu wünschen übrig. Die Aufzeichnungen sind ungeordnet, sprunghaft, mitunter sogar langatmig. Die Figur des Stiller ist – zumindest nicht durchgängig – sympathisch. Sich dennoch auf ihn einzulassen ist aus meiner Sicht lohnend, da sich auch der Leser stets ermuntert fühlt, über die eigene Identität und darüber, was das „Ich“ im Kern ausmacht, zu reflektieren.

Infos:

  • In einer Ausgabe von Suhrkamp 448 Seiten.
  • Bestseller: „Stiller“ war der erste Roman des Suhrkamp-Verlags mit Millionenauflage.
  • Im Zentrum von Frischs Schaffen steht häufig die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität.

Weiterführende Infos auf externen Seiten

Unsere Bewertung:

Historischer Wert: 1

Spannung: 4

Lesefreundlichkeit: 4

Ratgeber: 4

Muss-man-gelesen-haben: 3

(1= Kaum zutreffend / 5 = Besonders zutreffend)