Platon: Apologie

Zusammenfassung, Infos und Rezension

Autor: Beste Bücher

Inhalt:

Wer kennt nicht Sokrates‘ berühmte Verteidigungsrede anlässlich seiner Anklage wegen „Verderbens der Jugend“? Niedergeschrieben ist sie, soweit Platon sie zutreffend wiedergegeben hat, in der Apologie des Sokrates. Wiedergegeben sind auch seine Analysen zum Strafmaß und zum Verfahrensausgang. Insgesamt besteht die Apologie nämlich aus drei aufeinanderfolgenden Vorträgen oder Reden die Platon in verschiedenen Phasen des Prozesses hielt. Die erste Rede beschäftigt sich mit der Schuldfrage, die zweite mit dem Strafmaß und die dritte mit der Todesstrafe. Die Richter waren von den Reden lediglich insoweit beeindruckt, dass sie den „jetzt-erst-recht“-Effekt auslösten und zum Todesurteil für den „aufrührerischen“ Philosophen führten.

Rezension:

Keine zeitgenössische Verteidigungsrede, sei es in Crime-Bestsellern oder sei es bei „Ally McBeal“ oder „L. A. Law“ kann spannender, geschweige denn geistreicher als das historischen Pendant sein – warum nicht einmal im (allerdings übersetzten) Original lesen? Kritisch ist die historische Authentizität der Darlegungen zu betrachten. Historiker gehen heute davon aus, dass  die Reden nicht wie von Platon behauptet vorgetragen wurden. Zum Beispiel dürfte die letzte Rede nicht gehalten worden sein, da nach der Todesstrafe kein solches Schlusswort vorgesehen war.

Doch ganz gleich, ob die geistreichen und kunstvoll vorgetragenen Gedanken und Logikschlüsse nun von Sokrates oder Platon kommen – sie sind immer noch ein Lehrstück für jeden modernen Rhetoriker.

Infos:

  • Sokrates selbst hat, soweit überliefert, seine Philosophie nicht niedergeschrieben. Seine Gedanken wurden von seinen Schülern Platon und Xenophon wiedergegeben.
  • Stark diskutiert wird, inwieweit die Philosophie des Sokrates durch eigene Gedanken Platons verfälscht, oder jedenfalls „gefärbt“ wurden.
  • „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ ist ein verkürztes (und somit verfälschtes) Zitat aus Platons Apologie.

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Unsere Bewertung

(Rang 1: Irrelevant – Rang 5: Höchstrelevant)

Historischer Wert: 5

Spannung: 3

Lesefreundlichkeit: 3

Ratgeber: 3

Muss-man-gelesen-haben: 3

(1= Kaum zutreffend / 5 = Besonders zutreffend)