Isabel Abedi: Die längste Nacht

Rezension von Alexandra

Die 17-jährige Vita entdeckt kurz vor ihrem Aufbruch zu einer Europareise ein Manuskript im Arbeitszimmer ihres Vaters und stößt dabei auf den Namen eines kleinen Ortes in Italien. Von Anfang an fühlt Vita eine tiefe Verbundenheit zu diesem Ort und so beschließen sie und ihre beiden Freunde auf ihrer Reise einen Abstecher dorthin zu machen. Auf mysteriöse Weise kann Vita sich an diesen Ort erinnern und sie beginnt gemeinsam mit ihrem Freund aus Kindheitstagen nachzuforschen. Dabei stößt sie auf ein Geheimnis, das Vita sich nie hätte vorstellen können.

Bewertung

Positiv:
Pluspunkte bekommt der Roman für seinen ansprechenden Schreibstil und die wunderschöne Atmosphäre, die Isabel Abedi erzeugt. Der Leser fühlt sich durch malerische Beschreibungen nach Italien versetzt und kann das so typische Flair fast schon selbst wahrnehmen. Auch italienische Ausdrücke tauchen immer wieder auf, was dem Ganzen noch mehr Authentizität verleiht. Vor allem die Protagonistin Vita wird mit sehr viel Liebe zum Detail dargestellt und entfaltet sich im Laufe des Buches immer mehr. Sie ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, der sehr echt und realistisch wirkt.

Negativ:
Trotzdem muss ich zugeben, dass der Roman die durch die Beschreibung geweckten Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte. Man erwartet ein riesiges Geheimnis, das den Leser überrascht und erschüttert. Leider bin ich der Meinung, dass besagtes Geheimnis nicht so spektakulär ist, wie es die Beschreibung verspricht. Außerdem nimmt die Geschichte nur langsam Fahrt auf und die 400 Seiten erscheinen unglaublich lang, da die Spannung nicht über das gesamte Buch erhalten werden kann und immer wieder abflacht.

Fazit

Insgesamt ist Isabel Abedis Roman aber ein schönes Buch für zwischendurch, das teilweise leider etwas langatmig ist. Jeder, der sich für einen Jugendroman mit Italien-Flair begeistern kann, sollte allerdings mal in das Buch hineinlesen.