Natasha Ngan: „Alba & Seven“

Rezension von Alexandra

London 2143: Alba und Seven leben in einer Welt, die in zwei Teile gespalten ist – der Norden, der von Reichtum, Prunk und Überfluss geprägt ist und der Süden, der von Armut und Elend beherrscht wird. Während Alba sich nichts sehnlicher wünscht als ihrem privilegiertem Leben im Norden zu entfliehen, lebt Seven auf der anderen Seite des Flusses und hält sich mit Diebstählen von Erinnerungen – dem wohl wichtigsten Gut dieser Zeit – über Wasser.

Als sich die beiden bei Sevens Einbruch in Albas Haus begegnen, beginnt für die beiden eine gefährliche Reise, auf der sie Geheimnisse erfahren, die sie nie zu träumen gewagt hätten.

Bewertung

Positiv: Begeistern kann das Buch zunächst einmal mit der Idee des Erinnerungssurfens, von dem ich in dieser Form noch in keinem Buch zuvor gelesen habe. Auch die beiden Hauptcharaktere sind sehr sympathisch und durchlaufen während des Buches eine interessante Entwicklung. Vor allem Alba, die anfangs noch sehr zurückhaltend ist und sich allem anzupassen versucht, entwickelt sich zu einer starken Persönlichkeit, die ihrem eigenen Willem folgt.

Auch zu Albas Mutter, die zunächst sehr kalt und grausam wirkt, erfährt man im Laufe des Buches die Hintergründe ihres Handelns. Die Liebesgeschichte wird ebenfalls sehr authentisch dargestellt, da sie sich langsam und eher im Hintergrund entwickelt. Punkten kann das Buch außerdem mit der Erzählweise. Durch das abwechselnde Erzählen von Alba und Seven hat der Leser die Möglichkeit die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven wahrzunehmen, was das Ganze spannender und abwechslungsreicher gestaltet.

Negativ: Kleine Abzüge gibt es für die fehlenden Details zum Erinnerungssurfen. Gerade weil die Idee doch eher neu ist, hätte ich mir gewünscht zu erfahren, wie das Ganze überhaupt möglich ist und wie es sich entwickelt hat. Auch abgesehen vom Erinnerungssurfen bleiben zu Ende des Buches noch einige Fragen ungeklärt.

Fazit

Alba & Seven ist meiner Meinung nach eine sehr gelungene Dystopie, die den Leser mit dem Erinnerungssurfen und den authentischen Charakteren in ihren Bann zieht. Trotzdem bietet die Geschichte noch sehr viel unausgeschöpftes Potential, was auf eine Fortsetzung hoffen lässt.