Drotschmann, Mirko: Verrückte Geschichte

Rezension von Annemarie

Jeder, der im Geschichtsunterricht schon einmal irgendwelche Jahreszahlen, Könige und Epochen auswendig lernen musste, weiß: Geschichte kann ganz schön langweilig sein. Doch Geschichte hat auch andere Seiten. Nicht alles lief nämlich damals so glatt und optimal, wie wir denken. Aus dem, was alles Skurriles, Merkwürdiges und Außergewöhnliches passierte, erzählt nun dieses Buch.

In diesem Buch werden die besten Geschichten, die vom Twitter-Account „Verrückte Geschichte“ getwittert kommen, zusammengefasst. Aufgeteilt ist das Buch in vier Teile. Nach einem Vorwort handelt der erste Teil von einfallsreichen Ideen in der Historie. Das zweite lautet „#wtf?!“. Darin werden skurrile und unglaubliche Geschichten erzählt. Der dritte Teil lautet „#sex&crime“. Was darin für Storys vorkommen, muss ich wohl nicht näher erläutern… Im vierten Teil #dumm_gelaufen“ schließlich werden Geschichten von Vorhaben erläutert, die gründlich daneben gingen.

Unterteilt sind die Teile in diverse Kapitel, die die jeweils unterschiedlichen Geschichten zum Thema haben. Im Text findet man wieder einzelne Seiten, auf denen weitere skurrile Geschichten unter einem Überbegriff zusammengefasst sind. Das Besondere a diesen Geschichten? Sie sind sehr kurz – maximal zwei Sätze lang. Wer also unglaubliches absolut kompakt serviert haben möchte: Kompakter geht es nicht.

Vereinzelt findet man einige Schwarz-Weiß-Bilder vor, die jedoch von eher schlechter Qualität sind.

Rezension

Wer dieses Buch liest, möchte aller Wahrscheinlichkeit nach vor allem unterhalten werden. Und das gelingt dem Autor dieses Buches ausgesprochen gut. Mir fiel, nach dem ich einmal angefangen hatte, schwer, das Buch wieder aus den Händen zu legen, so lebendig schreibt Mirko Drotschmann. Zugleich sind die Ereignisse, die er schildert, teilweise haarsträubend und unglaublich. Gut, dass da eine Auswahl der von Drotschmann verwendeten Literatur im Anhang genannt wird, denn sonst hätte ich wohl einige der Geschichten nicht geglaubt.

Gekonnt verknüpft Drotschmann die Nennung kühler historischer Fakten mit wahren Geschichten, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Etwa über den entsetzlichen, vierzig Jahre währenden Krieg zwischen Andorra und Deutschland, bei dem – nichts – passierte, niemand verletzt wurde, ein Sachschaden von exakt Null entstand, und der nur deshalb nicht beendet wurde, weil man schlicht vergessen hatte, dass er überhaupt bestand. Keine Sorge, diese Kriegsdauer ist vergleichsweise kurz. Der längste dauerte – 2134 Jahre. Welcher das ist? Lest das Buch!

Zielgruppe sind aufgrund des doch ziemlich saloppen Schreibstils eher jüngere Menschen. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass auch – oder gerade – die, die mit Geschichte sonst nicht so viel oder gar nichts am Hut haben, vor diesem Buch nicht zurückschrecken müssen, sondern vielleicht gerade ein Geschichtsinteresse entwickeln können. Falls nicht, ist das aber auch nicht schlimm. Denn alle der Erzählungen taugen ausgesprochen gut, um in der vergnüglichen Smalltalkrunde etwas mit – nun ja – etwas anderem Geschichtswissen punkten zu können.

Fazit: Ein ausgesprochen amüsantes Buch, das die verrücktesten Ereignisse aus der Geschichte anschaulich und lebendig erläutert. Besonders für jüngere Menschen, die sonst einen großen Bogen um Geschichte machen, geeignet. In meinen Augen ein sehr empfehlenswertes, wenn auch pädagogisch nicht unbedingt wertvolles Buch.