Eben Alexander: Blick in die Ewigkeit

Rezension von Annemarie

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Der bekannte Neurochirurg Dr. med. Eben Alexander ist sich nach seiner Nahtoderfahrung sicher: Ja! In diesem Buch berichtet er nun von seiner Nahtoderfahrung.

Mit 54 Jahren fällt der Autor, Eben Alexander, urplötzlich ins Koma. Diagnose: Bakterielle Meningitis. Die Chancen, wieder völlig gesund zu werden: Beinahe null. Doch das Unglaubliche passiert: Nach sieben Tagen Koma wacht Alexander aus dem Koma wieder auf – und erinnert sich genau daran, was ihm, während er im Koma lag, im Kopf passiert ist. Über diese Erlebnisse schreibt er nun in seinem Buch.

Zunächst schildert er die Zeit, bis zu der er ins Koma fiel. Von da an bewegt sich seine Erzählung zweigleisig. Einerseits erzählt er aus dem, was ihm später mitgeteilt wurde, was mit seinem Körper passiert ist, wie es seiner Familie erging, was die Ärzte und Angehörigen alles taten – auf der anderen Seite erläutert er in alle Einzelheiten und haarklein, was er, während er im tiefsten Koma lag, selbst erlebt hat. Dabei erzählt er über viele wundersame, übernatürliche Dinge, die unglaublich scheinen. Darüber hinaus berichtet Alexander auch umfassend aus seiner Familiengeschichte, die bedingt dadurch, dass er Adoptivkind war und erst im Erwachsenenalter seine leiblichen Eltern und Geschwister kennen gelernt hat, sehr wechselvoll war, und generell aus seinem früheren und gegenwärtigen Leben.

Schlussendlich berichtet Eben auch, wie es ihm ergangen ist, seitdem er aus dem Koma erwacht ist. Er erläutert, wie er wieder zurück in sein altes Leben gefunden hat, wie er es geschafft hat, die alten und die neuen Erlebnisse aus dem Koma unter einen Hut zu bringen und wie er die Erlebnisse, die er während seines Komas hatte, neurowissenschaftlich deutet.

Rezension

Wer dieses Buch liest, sollte wissen: Es ist vergleichsweise spirituell geschrieben. Die Erlebnisse Alexanders sind übernatürlich und entsprechen so gar nicht dem, was man so kennt. Pragmatiker werden mit diesem Buch also aller Wahrscheinlichkeit nach ihre liebe Mühe haben.

Und da komme ich schon zu meiner Kritik: Vielleicht bin ich selbst etwas zu pragmatisch, aber irgendwie konnte ich es Alexander nicht so recht abkaufen, dass seine Erlebnisse mehr als bloße Fantasien waren. Für mich ist eine echte Nahtoderfahrung nur dann vorhanden, wenn zeitweilig tatsächlich keine Gehirnströme mehr messbar sind, die betroffene Person aber trotzdem Erlebnisse hat. Dies war aber beim Autor dieses Buches nicht der Fall. So konnte ich bei Alexanders Schilderungen aus seiner Komawelt den Eindruck nicht loswerden, dass sie keineswegs Botschaften der unsterblichen Welt, sondern schlicht Konstrukte seiner Fantasie waren. Das führte leider dazu, dass ich die Schilderungen als langatmig, zuweilen sogar langweilig, empfand.

Auch die umfassende Schilderung von Alexanders Familiengeschichte fand ich zuweilen sehr langatmig. Ich kann mir ja vorstellen, dass er seine Familiengeschichte gerne erzählen möchte, allerdings hatte sie mit seinem Nahtoderlebnis nicht allzu viel zu tun und kam mir mehr wie eine unnötige Ausschweifung vor.

So war ich von diesem Werk ehrlich gesagt doch etwas enttäuscht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Personen mit etwas mehr Sinn für das Übernatürliche und mit mehr Fantasie an dem Buch viel Gefallen und Inspiration finden werden.

Fazit

Für weniger pragmatische Personen, die eine naturwissenschaftsnahe Stütze haben wollen, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist und es ein höheres Bewusstsein gibt, sicherlich ein sehr interessantes Buch.