Solomon / Greenberg / Pyszczynski: Der Wurm in unserem Herzen

Rezension von Annemarie

Der Tod – das letzte große Geheimnis der Menschheit. Die Frage nach dem Danach – eine Frage, die sich für jeden Menschen erst dann aufklärt, wenn er gestorben ist. Das Wissen, dass man sterben muss, das, auch wenn man sich nicht in einer Gefahrensituation befindet, vorhanden ist, grenzt den Menschen, so die Grundthese der Autoren, von allen anderen Säugetieren ab. Wir Menschen wissen alle, dass wir sterben müssen, doch was danach kommt, weiß niemand wirklich.

Aber wie gehen wir nun mit diesem Wissen um? Handeln wir anders, wenn wir uns unsere Vergänglichkeit vor Augen führen? Sheldon Solomon, Jeff Greenberg und Tom Pyszczynski, drei erfahrene Psychologieprofessoren aus den USA, beschäftigen sich mit diesen Fragen. Herausgekommen ist ein umfangreiches und umfassendes Buch über das Leben im Angesicht des Todes.

Bezeichnenderweise für die Psychologieprofessoren liegt der Schwerpunkt dieses Werkes auf der Vermittlung des aktuellen Wissensverständnisses zum Thema Todesverständnis. So werden vergleichsweise viele Ergebnisse und Erkenntnisse aus psychologischen Studien analysiert und erläutert.

Das Werk ist in drei Teile geteilt. Teil 1 lautet „Terror-Management“. Der zweite eil lautet „Der Tod im Wandel der Zeiten“ und befasst sich mit dem Umgang mit der eigenen Sterblichkeit in der Historie. Von Erkenntnissen aus der Glaubenswelt der Steinzeitmenschen bis zur Erläuterung von „Todesabwehrmaßnahmen“ in der jüngsten Vergangenheit ist so ziemlich alles dabei. Doch nicht nur die unterschiedlichen Zeiten, auch die unterschiedlichen Regionen der Erde werden behandelt. Der dritte Teil schließlich – „Der Tod in moderner Zeit“ – befasst sich mit dem Todesverständnis in modernen Gesellschaften. Die insgesamt elf doch recht langen Kapitel sind in kürzere Unterkapitel von jeweils wenigen Seiten Länge unterteilt. Jedes der Kapitel beginnt mit einem Spruch oder einem kurzen Textausschnitt aus einem bekannten Buch.

Das Buch kann mit Recht als wissenschaftlich fundiert bezeichnet werden. So ist zu jeder Studie und Aussage eine Fußnote mit der jeweiligen Quelle als Referenz angegeben. Schön ist auch das Register, das für viele Begriffe eine konkrete Seitenzahl angibt und das Suchen nach speziellen Themen und Begriffen deutlich erleichtert.

Rezension

Wie reagieren Menschen im Angesicht ihrer eigenen Sterblichkeit? Aus Interesse an dieser Frage habe ich mich für das Buch entschieden. Am Ende des Buches muss ich leider sagen, dass meine Erwartungen nur teilweise erfüllt wurden. Das Buch war doch sehr studienlastig. So wurden dermaßen viele wissenschaftliche Studien erläutert, die das Handeln der Menschen im Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit untersuchten, dass die eigentliche Fragestellung dabei etwas ins Hintertreffen geriet. Zudem waren die Studien in der Menge doch recht langatmig.

Was mir auch fehlte, war eine Zusammenfassung der Ergebnisse. Die Erkenntnisse aus den Studien werden zwar erläutert, aber nirgendwo wird eine Zusammenfassung der Ergebnisse gemacht oder gesagt, was die Ergebnisse über uns Menschen genau aussagen. So habe ich aus diesem Werk keinen wirklichen Erkenntnisgewinn finden können.

Bis auf das ist das Buch jedoch durchaus interessant zu lesen, der Schreibstil angenehm. Besonders interessant fand die persönlich den zweiten Teil, der sich mit dem Todesverständnis in historischer Zeit befasst.

Fazit

Für Psychologieinteressierte eine nette, wissenschaftlich fundierte Lektüre, die das Thema Todesverständnis umfassend abdeckt.