Basierend auf den drei Bestenlisten der ZEIT (Deutschland), Le Monde (Frankreich) und der BBC (Großbritannien)

– Am besten findet man sich selbst: Alle drei Nationen (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) neigen bei der Wahl der wichtigsten Bücher zu Schriftstellern der eigenen Nation. Die Franzosen finden, dass 38 der 100 wichtigsten Bücher von Franzosen geschrieben wurden. Die Deutschen sind auch nicht weniger eitel: Der deutschen Liste zufolge gehören 40 deutsche Titel unter die Top 100. Und die Briten? Sie zählen ganze 62 britische Bücher zu ihren „Lieblingsbüchern“.

– Deutsche Autoren werden in den drei Ländern Deutschland, Frankreich und Großbritannien sehr unterschiedlich wahrgenommen. Während die Deutschen auf ihrer eigene Liste der wichtigsten Bücher der Welt immerhin 40 deutsche Autoren verorten, schaffen es lediglich 11 deutsche Bücher in die französische Liste der wichtigsten Werke aller Zeiten. Das ist aber noch sehr gnädig im Vergleich zu den unbarmherzigen Briten. Gerade mal ein Deutscher wurde in ihr Bücher-Ranking aufgenommen: Patrick Süskinds „Parfüm“ ist den Insulanern zufolge das wichtigste deutsche Buch des 20. Jahrhunderts.

– Briten haben’s gerne etwas trivialer: Von Goethe, Kafka und den Manns keine Spur – dafür 4 x Rowling mit Harry Potter und literarische Großwerke wie „Black Beauty“ und „Die Geisha“. Aber immerhin: Die Russen kommen gut weg. Briten lesen fleißig Dostojewski und Tolstoi.

– Für speziellere Interessen lohnt sich ein Blick in speziellere Rankings. Etwa die Auswahl der „100 best works of fiction“, oder „die besten amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts“. Aktuelle weltweite Bestsellerlisten finden sich hier.

– Kurioser Zufall: Salman Rushdie, einer der wichtigsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, ist mit seinen „Mitternachtskindern“ sowohl in der britischen als auch auf der französischen Liste auf Platz 100.

Gemeinsamkeiten: Die deutsche Top-100-Liste und die der Briten: Sie haben nur drei Werke gemeinsam: Ulysses, Alice im Wunderland und Krieg und Frieden. Mit den aus französischer Sicht wichtigsten Büchern der Weltliteratur gibt es immerhin sechs gemeinsame Titel. Allerdings gibt es bei den Autoren deutlich mehr gemeinsame Favoriten. Doch während beispielsweise die Deutschen bei Thomas Mann die „Buddenbrooks“ favorisieren, halten die Franzosen den „Zauberberg“ für das wichtigere Werk. Es „irren“ sich freilich beide: Das wichtigste Werk Thomas Manns sind „Joseph und seine Brüder“.

James Joyce’s Ulysses ist das einzige Buch, dass es in alle drei Buchrankings geschafft hat. Es ist damit das vielleicht wichtigste Buch der Weltliteratur. Zumindest aus der Sicht der drei europäischen Nationen. Zugleich ist James Joyce der einzige Autor, der in allen drei Listen vertreten ist.

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