Rezension von Ulrike Ziemer

Eine heimelige Geschichte.

Antje Damm, Architektin und Kinderbuchautorin, erzählt in diesem Bilderbuch eine liebevolle Geschichte mit Tiefgang. Sie lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in Hessen. Das Buch zeigt, hier ist eine Autorin ganz nah bei den Kindern, sie spricht die Emotionen mit ihren Bildern und Texten an. Gleichzeitig lässt sie viel Raum für Fantasie.

Ein Braunbär wartet von Frühling zu Frühling auf seinen Freund an einer Bushaltestelle. Zwischendurch begegnen ihm andere Tiere die deutliche Zweifel an seinem Freund und am Sinn des Wartens hegen. Doch der Bär lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Er wartet geduldig, macht Winterschlaf und wartet weiter. Von Seite zu Seite wird immer deutlicher, der auf den hier gewartet wird muss etwas sehr Besonders sein, etwas ganz Großartiges. Es wird immer mehr Spannung aufgebaut. Bleibt der Bär seinem Freund treu und wartet wirklich bis er kommt oder lässt er sich doch von den Anderen beeinflussen? Das Ende ist verblüffend und erfreulich.

Warme Farben, plastisch wirkende Bilder und kurze Texte. Ein wahrer Freund, glaubt an den anderen, er zweifelt nicht und sieht vor allem seinen Freund in einem besonders guten Licht. Wer wird dieser starke und so kluge Freund mit dem Namen „Goliath“ wohl sein. Die Fantasie schenkt dem Betrachter unglaubliche Ideen. Von wem ist der Bär so überzeugt, wer ist so großartig, so unfassbar genial dass es sich lohnt, im Frühling zu warten, im Sommer, im Herbst und im Winter? Erst als es erneut Frühling wird, löst sich das Geheimnis. Der Bär hat nicht einem Moment an seinem Freund gezweifelt. Er ist einfach sehr, sehr glücklich als er endlich da ist, obwohl der Freund sich ein wenig verspätet hat.

Die Bilder sind plastisch, zum Greifen nahe und laden zum eigenen Gestalten ein. Ein Stück Papier, ein Stift und eine Schere und schon ist eine neue Figur geboren. Antje Damm benutzt eine besondere Technik der Bildgestaltung. Die Hauptfigur ist aus Pappe ausgeschnitten, in gestaltete Szenen gesetzt und fotografiert. Die Welt um die Hauptfigur entwickelt sich und damit auch die Geschichte.

Fazit

Antje Damm versteht es auf sehr ansprechende Art mit einer kleinen Geschichte etwas Großes zu schaffen, etwas das alle Generationen bewegt. Die Hauptfigur des Buches, der Bär vermittelt ein beglückende Ruhe und Zuversicht. Er wartet ohne ungeduldig zu werden, er zeigt durch sein Handeln, dass er seinem Freund Goliath vertraut. Ein Buch mit einer zauberhaften Botschaft: Beste Freunde halten zusammen, beste Freunde glauben aneinander und beste Freunde vertrauen einander. Das Buch ist geeignet für Kinder ab vier Jahren.

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