Rezension von Sabrina

Zebra ist aufgeregt. Eine Einladung! Vom Löwen, dem König der Savanne! Gerichtet an das klügste und wunderschönste Tier der Savanne, das Zebra. Es soll als Ehrengast am abendlichen Festmahl teilnehmen. Elefant, der Freund des Zebras, kann dessen Freude nicht teilen, ihm ist die Einladung nicht geheuer. Er versucht, das Zebra vom Besuch beim Löwen abzuhalten, welches ihm daraufhin vorwirft, neidisch zu sein und den Elefant beleidigt. Während der Elefant sich immer neue Ausreden einfallen lässt, um das Zebra aufzuhalten, fliegt die Einladung davon und landet erst beim Stachelschein und wird dann zum Nashorn weiter gepustet. Beide halten sich ebenfalls für das klügste und wunderschönste Tier der Savanne und machen sich daher auf den Weg zum Festmahl. Als der Elefant merkt, dass er das Zebra nicht davon abbringen kann, der Einladung des Löwen zu folgen, schnappt er sich etwas Farbe und verschwindet.

Unterdessen bekommt der Löwe Besuch vom Ehrengast, welcher sich durch lautes Rufen ankündigt. In der Annahme, dass das Zebra seiner Einladung gefolgt ist, springt der Löwe aus dem Busch auf das Tier – und landet schmerzlich auf dem Stachelschwein. Auch der nächste Besucher ist nicht das erwartete Zebra, sondern das Nashorn, welches den Löwen in den Sumpf schleudert, als er sich auf es stürzt. Als zum dritten Mal der Ruf „Eure Majestät, Euer Ehrengast ist da!“ erschallt, schielt der Löwe vorsichtshalber durch das Blätterdickicht und sieht Zebrastreifen. Siegessicher springt er erneut aus dem Busch und landet auf dem Elefanten, der sich mit schwarzen und weißen Streifen wie ein Zebra bemalt hat. Der Elefant setzt sich einfach auf den Löwen, der schimpft und brüllt, er wolle doch das Zebra fressen. Genau in diesem Moment taucht das Zebra auf und begreift, dass der Löwe ihm eine Falle gestellt hat. Es entschuldigt sich beim Elefant und macht ihm sogar Komplimente.

Die farbenfrohen, großen Bilder sind sehr aussagekräftig, man erkennt sofort die Gefühle der handelnden Tiere. Man sieht auf den ersten Blick die Überheblichkeit des geschmeichelten Zebras, die Skepsis des Elefanten und die Hinterlist des Löwen. Dadurch kommt die Geschichte mit wenig Text aus. Die kurzen Sätze sind leicht verständlich. Es macht Spaß, in die Gefühlswelt der Tiere einzutauchen und besonders die Verwandlung des Zebras mit anzusehen. Anfangs fühlt es sich durch die Einladung des Löwen geschmeichelt, ist stolz und wird seinem Freund, dem Elefanten gegenüber überheblich und beleidigend.

Als dieser jedoch mutig seinen Freund beschützt und das Zebra begreift, dass es ihm zu Unrecht Neid und Missgunst vorgeworfen hat, wird es ziemlich kleinlaut. Es bedankt sich für die Hilfe und ist selbstbewusst genug, sich für sein Fehlverhalten zu entschuldigen. Die kleinen Leser erkennen, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Sowohl die Einladung des Löwen als auch das Verhalten des Elefanten erscheinen am Ende des Buches in einem anderen Licht als zu Beginn. Diese Botschaft, Dinge zu hinterfragen, ohne vorschnell zu urteilen, gefällt mir sehr gut und ist anhand des Buches auch schon für Kinder zu verstehen.

Der Elefant steht für seinen Freund, das Zebra, ein und beschützt es, obwohl es vorher gemein zu ihm war. Er verzeiht seinem Freund, auch da dieser den Mut hat, sich für seinen Fehler zu entschuldigen. Auch eine wichtige Botschaft! Die Kinder sehen, dass echte Freundschaften auch kleine Differenzen überstehen und dass man auch verzeihen muss. Ein tolles Buch mit lustigen Bildern und klaren Botschaften! Auf der letzten Seite des Buches finden sich Anregungen, um mit den Kindern über das Buch und dessen Inhalt ins Gespräch zu kommen und über das Verhalten der Tiere nachzudenken.

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