Rezension von Marion

Verfolgung ist der mittlerweile 5. Teil der Bestseller-Millenium-Reihe. Die ersten drei Teile stammen aus der Feder von Stieg Larsson, die weiteren Bände wurden von David Lagercrantz verfasst, der nach Larssons Tod die Reihe fortsetzt.

Lisbeth Salander muss für 2 Monate ins Frauengefängnis Flodberga. Schwer nachzuvollziehen, denn sie hat einem autistischen Jungen das Leben gerettet, doch wegen der Einmischung derer sie sich in diesem Zusammenhang schuldig gemacht hat, wird sie zu besagten 2 Monaten verurteilt. Da man sich um ihre Sicherheit sorgt, kommt sie in den Hochsicherheitstrakt. Dort herrscht Benito, sie ist dort diejenige die das sagen hat, sogar die Wärter fügen sich. Alvar Olsen, einer der Wärter, hat ein schlechtes Gewissen, er will dies alles eigentlich nicht, doch Benito hat ein Druckmittel, Alvar muss um die Sicherheit seiner Tochter fürchten.

Faria Kasi stammt aus Bangladesch und wird von Benito regelmäßig geschlagen, alle schauen weg. Nur Lisbeth Salander dreht den Spieß um, sie findet Mittel und Wege, um diese Zustände zu ändern. Lisbeth erfährt auch einige brisante Details über ihre eigene Vergangenheit. Sie setzt Mikael Blomkvist indirekt darauf an, dieser besucht sie regelmäßig in der Haft.

Millenium, die Zeitschrift, deren Mitherausgeber Mikael Blomkvist ist, läuft mittlerweile wieder sehr gut. Dies hat das Team von Millenium unter anderem auch Lisbeth Salander zu verdanken. Mikael beginnt direkt mit den Nachforschungen mit denen Lisbeth in betraut hat. Er stößt nach und nach auf viele interessante Fakten. Leo Mannheimer beispielsweise, ein Mitarbeiter der Firma Ögren, hat sich sehr verändert. Alles scheint mit einem Jagdunfall von vor 25 Jahren zusammenzuhängen. Karl Seger, Leos Freund und Therapeut, wurde dabei getötet. Die Tatsache, dass Iwar Ögren ihm die einzige Frau die er je geliebt hat ausgespannt hat, trägt sicher auch zu seinen Depressionen bei. Doch wie genau hängt dies teilweise auch mit Lisbeths Vergangenheit zusammen? Auch Farias Geschichte ist ein Teil des ganzen. Sie wurde von ihrem Vater und ihren Brüdern streng islamistisch erzogen. Ihre Verbindung zu Jamal hat dramatische Folgen, so dramatisch, dass sie wie Lisbeth ins Gefängnis muss.

Der weitere Verlauf der spannenden Handlung deckt die Hintergründe auf, und schließt die Verbindungen zu den einzelnen Handlungssträngen. Die gesamte Story ist ein Geflecht das wunderbar ineinandergreift. Der Leser wird durch eine spannende Geschichte geleitet, findet kaum Zeit zu verschnaufen. Das Wiedersehen mit Mikael und Salander war ein tolles Erlebnis, ich fühlte mich direkt wieder in die alte Beziehung der beiden hineinversetzt. Beziehung, Freundschaft, generell schwer zu greifen, man muss die Bände kennen um die Verbindung zwischen diesen beiden Charakteren zu verstehen. Sehr gut gefällt mir an diesem Teil, dass er viele Fragen bezüglich Salanders Vergangenheit beantwortet hat, darauf hoffte ich seit dem ersten Teil.

Von mir bekommt dieser Thriller die volle Punktzahl, gerne mehr davon! Lagercrantz ist Stieg Larsson ebenbürtig.

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