Rezension von Dorothee Matejit

Auch wenn der Titel des Buches „Das Bild aus meinem Traum“ lautet, ist das Bild, um das es hier geht, sehr real. Pierre-Francois Chaumont, Rechtsanwalt und Sammler aus Paris, entdeckt während einer seiner zahlreichen Besuche im Auktionshaus Drouot ein Portrait aus dem 18. Jahrhundert, das – für ihn – ganz klar ihn selbst darstellt. Er ist ziemlich überrascht und setzt alle Hebel in Bewegung, dieses Bild zu ersteigern, was ihm zu einem viel zu hohen Preis auch gelingt. Es verwirrt Pierre-Francois sehr, dass seine Umwelt überhaupt keine Ähnlichkeit zwischen ihm und der Person auf dem Bild feststellen kann. Dennoch übt das Portrait weiterhin eine große Anziehungskraft, ja fast schon Besessenheit, auf ihn auf: „Seit es da war, fühlte ich, wie meine Existenz sich so unaufhaltsam auflöste wie ein Stück Zucker im Wasser“ (S.81).

Pierre-Francois hat sich bis zu diesem Punkt in seinem Leben nur für Dinge interessiert, möglichst für alte Dinge, denn „wenn sie alt sind…bewahren sie Seelen“ (S.27). Das Sammeln war seine Leidenschaft seit seiner Jugend – sehr zum Leidwesen sein Frau Charlotte. Das Anhäufen von Dingen ist ihr ein Dorn im Auge und so verbannt sie alle Sammelobjekte ihre Mannes in dessen Arbeitszimmer. Francois-Pierre vermutet, dass seine Frau auch ihn am liebsten dorthin abgeschoben hätte. Tatsächlich verbringt er von nun an auch viel Zeit in diesem Raum, immer auf der Suche nach dem Ursprung des Bildes. Schließlich findet er mit Hilfe des Wappens auf dem Bild heraus, wo er suchen muss, um das Rätsel zu lösen. Und so verlässt er eines Morgens völlig unspektakulär sein Zuhause und sein bisheriges Leben mit dem Bild unterm Arm und ohne sich zu verabschieden. Er macht sich auf den Weg, die unglaubliche Ähnlichkeit des Portraits mit ihm selbst zu entschlüsseln und findet schließlich – seine Wurzeln, die Liebe und sein Glück.

Rezension

Eine unglaubliche Geschichte, fast schon ein Märchen, leicht, knapp und charmant erzählt. Ein realistischer Mensch, Rechtsanwalt von Beruf, verlässt von heute auf morgen ohne Bedauern sein bisheriges Leben, um sich ohne Plan und Vorbereitung auf die Suche zu machen nach dem, was ihn wirklich glücklich macht. So etwas kommt natürlich im wahren Leben nicht genauso vor, aber die Geschichte ermutigt dazu, zu träumen und positive Wendungen im Leben für möglich zu halten.

Fazit

Dies ist für mich wieder eine Wohlfühl-Lektüre von Antoine Laurain, die ohne oberflächlich zu sein, unterhält. Das Buch habe ich mit einem angenehmen Gefühl, jedoch nicht ohne Bedauern aus der Hand gelegt. Es war leider wieder viel zu schnell gelesen. Gern hätte ich noch eine wenig Zeit mit dem Protagonisten verbracht, nachdem er sein Glück gefunden hatte. Alles in allem: Unbedingt lesen, entspannen und genießen!

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