Rezension von Annemarie

Faszinosum Baum. Für viele gilt er als Inbegriff von Stärke und Dauerhaftigkeit. In diesem Buch bringt der Autor Ernst Zürcher, Professor in Rente für Holzwissenschaften an der Berner Fachhochschule, nun den spirituellen Wert des Baumes in direkte Verbindung mit naturwissenschaftlichen Aspekten zum Baum.

Unterteilt ist das Buch in neun Kapitel und diverse Unterkapitel. Im Anschluss an die Einleitung erzählt Zürcher zunächst etwas über Heilige Bäume sowie über Baumvölker. Im folgenden Kapitel geht er näher auf die besonderen Eigenschaften von Bäumen ein – darunter auch die Fähigkeit zur Fotosynthese – und erläutert diese. Dem Kapitel schließt sich eines über die Polarität, also das Wachsen der Pflanzen gegen die Schwerkraft, und den auf den daraus entstehenden beinahe perfekten symmetrischen Mustern beruhenden spirituellen Ansätzen an.

Ein Kapitel über die Rhythmen bei der Baumphysiologie und -morphologie, eines zum Thema Holz und eines zu den wohltuenden Effekten eines Waldes auf den Menschen folgen. Das letzte richtige Kapitel hat die Partnerschaften eines Baumes zu anderen Lebewesen als Schwerpunkt. Das letzte Kapitel „Bäume mit einbeziehen“ ist im Grunde genommen mehr ein Schlusswort, bzw. eine Art Schlussplädoyer. In ihm wird die Bedeutung der Bäume für uns noch einmal zusammengefasst.

Immer wieder im Text verteilt sind fast schon mystisch anmutende Schwarz-Weiß-Bilder von Bäumen. Neben diesen sind diverse Zeichnungen, Tabellen, Diagramme und andere Visualisierungen im Text verteilt, sodass es kaum eine Doppelseite gibt, auf der keine Visualisierung zu finden ist.

Dabei bringt uns Zürcher durchaus viele wissenschaftliche Fakten zu den Bäumen näher und verschont uns auch nicht vor der Fotosynthesegleichung; allerdings sind all die „wissenschaftlichen“ Themen populärwissenschaftlich geschrieben und gut zu lesen. Zudem verbindet Zürcher die Wissenschaft immer schnell mit der Praxis und erklärt, warum es wichtig ist, dies oder jenes zu wissen. So bleiben keine abstrakten Informationen im Raum stehen, sondern werden mit etwas Greifbarem, Interessantem verknüpft. Darüber hinaus werden kompliziertere Informationen auch graphisch in vergleichsweise einfachen Graphiken dargestellt. Ein umfassendes Stichwortverzeichnis erleichtert das Finden einzelner Stichworte.

Rezension

Dieses Buch ist für Laien konzipiert, für die breite Allgemeinbevölkerung. Wer dieses Buch nur als wissenschaftliches Buch betrachtet, wird ihm daher nicht gerecht. Sicher, wenn ein erfahrener Professor ein Buch über Bäume schreibt und diverse wissenschaftliche Quellen für dieses Buch verwendet, ist der wissenschaftliche Wert mit großer Wahrscheinlichkeit hoch. Doch auch wer mit Wissenschaft eigentlich nicht viel anfangen kann, wird an diesem Buch seine Freude haben.

Die kleinteilige Aufteilung des Buches in Kapitel, die vielen verschiedenen Visualisierungen und Visualisierungsformen, die farbig leicht abgehobenen Überschriften und farblich abgehobenen Textpassagen sorgen neben der angenehmen Schreibweise des Autors dafür, dass jeder Laie dieses Buch gut und angenehm lesen kann. Wirklich hochkarätige Wissenschaft wird hier erstaunlich genau und präzise und zugleich für Laien gut verständlich und spannend herübergebracht.

Und das ist eine Leistung, die nur wenigen Autoren gelingt. Schön ist das sehr ausführliche Quellenverzeichnis, das tatsächlich (ich hoffe ich habe mich jetzt nicht verzählt) an die 220 Quellenverweise enthält. Allein dies weist schon darauf hin, dass sich der Autor sehr intensiv mit der Thematik beschäftigt hat und dass ihm dieses Buch wirklich eine Herzensangelegenheit ist. Und das merkt man auch.

So kann ich jedem, der sich für Bäume interessiert und dieses Faszinosum näher ergründen und kennenlernen möchte, Zürchers Werk nur wärmstens empfehlen.

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