Rezension von Annemarie

Der Wald. Erholungsort für viele Mensch und Lebensraum für Tier– und Pflanzenarten. Doch nicht allein zur Erholung dient der Wald, man kann aus ihm auch viele Lebensmittel zur täglichen Ernährung entnehmen. Dieses Wissen – von unseren Vorfahren seit Jahrtausenden angewandt – ist in der heutigen Zeit, in der der Mensch der Natur immer ferner wird, leider allzu sehr abhandengekommen. Doch viele Naturstoffe und Heilmittel sind genauso gut, wenn nicht gar besser als das „moderne“ Essen oder die „modernen“ Mittel. Der Wildpflanzen- und Baumexperte sowie Universitätsdozent Dr. Markus Strauß informiert in diesem Buch, was man im Wald alles für besondere Pflanzen sammeln kann.

Strauß´ Werk besteht aus fünf Kapiteln. Nach einer kurzen Einführung lautet das erste Kapitel „Lebens-Mittel“. Es folgen die Kapitel „Genuss-Mittel“, „Heil-Mittel“, „Wellness“ und „Räuchern“. Ein Schlusswort und ein Anhang mit weiterer Literatur zum Weiterlesen, Büchern des Autors und einem kurzen Register bilden den Abschluss des Ganzen. Das Buch ist generell recht bunt; Rezepte und Inhalte, die in Kästchen besonders hervorgehoben sind, bewirken, dass das Buch abwechslungsreich und lebendig erscheint. Im vorderen und hinteren Klappeneinband findet man übersichtlich und farbenfroh dargestellt einen Erntekalender zu den im Buch vorgestellten Pflanzen. Das Buch ist sehr reich an Fotografien – auf jeder Doppelseite ist mindestens ein großes Bild zu finden.

Rezension

Vielleicht eine kleine Anmerkung im Voraus: Wer dieses Buch liest, sollte schon eine gewisse Nähe zur Natur haben. Wer Giersch absolut ekelhaft findet und sich nicht vorstellen kann, jemals selbst Eicheln zu verzehren, wird mit Strauß´ Werk wohl nicht viel Freude haben. Für die Personen hingegen, die gerne einmal in den Wald gehen, ist das Buch gut geeignet.

Markus Strauß hat von dem Thema sehr viel Ahnung. Und das merkt man deutlich. Was er schreibt, hat Hand und Fuß. So erhält man in seinem Buch sehr viele nützliche Informationen über Pflanzen und bekommt gleich Lust, die entsprechende Pflanze zu sammeln und die Rezepte auszuprobieren. Dazu schreibt er aber nur das, was zum Pflanzensammeln wirklich relevant ist – überflüssige Zusatzinformationen, die nicht direkt zum Thema passen, lässt der Autor ganz weg.

Besonders schön fand ich den Bilderreichtum des Buches und die farbenfrohe, abwechslungsreiche Gestaltung. So war allein schon das Betrachten der Bilder, das Durchblättern des Werkes, noch bevor die das Buch zu lesen begann, ein Erlebnis für mich.n Was mich allerdings genervt hat, ist, dass Strauß mit seiner Selbstdarstellung aus meiner Sicht übertreibt. Dass im Buch sehr oft Bilder – bevorzugt in Großdruck – zu finden sind, auf denen er breit grinsend in der Natur steht, kann ich ja noch akzeptieren – dass dann aber noch sämtliche Bücher, die der Autor jemals geschrieben hat, vorgestellt sind, nebst einer umfassenden Vorstellung des Autors – selbstverständlich wieder mit ganzseitigem Bild und der bekannten Pose, bei der er breit grinsend in der Natur steht – einer Werbung für seinen ach so tollen Zertifikatslehrgang und die Stiftung des Autors, und dass sich sämtliche der angegebenen Internetquellen auf Strauß selbst oder seine Stiftung beziehen (einschließlich des tollen Links „www. youtube.com“, damit man sich den Autor auch noch auf Youtube anschauen kann), gefiel mir überhaupt nicht. Es wirkte auf mich etwas lächerlich und großspurig und ließ bei mir vor allem den Eindruck aufkommen, dass Strauß narzisstische Züge hat.
Ein weiteres, kleineres Manko ist, dass die Rezepte zum Teil nicht ganz einfach sind und einige Zutaten schwer zu bekommen sind.

Fazit

Ein unterhaltsames, schön gestaltetes, bilderreiches Buch, das einem die Wunder der Natur näherbringt und einen anregt, in den Wald zu gehen und Pflanzen zu sammeln. Besonders für die, die gerne einmal etwas natürlicher leben wollen, den Waldspaziergang zu einem Erlebnis werden lassen möchten und sich von den narzisstischen Zügen des Autors nicht stören lassen, gut geeignet.

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