Rezension von Annemarie

Wer an Gärten denkt, denkt oft an Entspannung und Faulenzen, vielleicht auch an emsiges Arbeiten oder an körperliche Betätigung. Doch wusstet ihr, dass man im Garten auch richtig Wissenschaft betreiben kann? Und wenn man bessere Gärtnererfolge erzielen will, ist das Wissen, was genau im Garten vorgeht, ist oft sehr nützlich.

Genau darüber schreibt Renato Bruni, Professor für Botanik und Pharmazeutische Biologie an der Universität Parma. Das Buch besteht aus vier Teilen, die die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter darstellen und einem Vorwort. Diese Teile sind in jeweils drei bis fünf Kapitel unterteilt, die wiederum aus zwei bis vier Unterkapiteln bestehen. Das Buch ist also klar und kleinteilig strukturiert. Auf 200 Seiten erfährt der Leser ein buntes Potpourri aus dem Garten. So erfährt man über Evolutionäre Verbissenheit, übergewichtige Gärten, böse Pflanzen, Transgenderpflanzen und vieles weitere.

Das Buch ist recht farbenfroh gehalten. So sind die Überschriften farblich hervorgehoben, ebenso wie einzelne hervorgehobene Kurzkapitel. Mehrere leicht verständliche Abbildungen, die im Text verteilt sind, illustrieren das Ganze und geben weiterführende Informationen zur Thematik. Ein Anhang fehlt.

Rezension

Der Garten und die Pflanzen, die im Garten wachsen, einmal anders sehen. Einblicke in eine neue Welt zu erhalten, die einem bislang unbekannt war – und das direkt vor der Haus- oder besser hinter der Terrassentür. Das Thema bietet viel Potential. Und Renato Bruni nutzt das Potential. Unterhaltsam schreibt er von seinen eigenen Beobachtungen, die er im Garten in seiner Freizeit gemacht hat, und erläutert darauf aufbauend wissenschaftliche Zusammenhänge und Besonderheiten.

Schade fand ich allerdings, dass die Pflanzennamen die im Text erwähnt werden, öfters ausschließlich mit ihrem lateinischen Namen genannt werden. Nur ist das Buch für Laien konzipiert – und diese wissen zumeist nur die deutschen Namen und sind dann ratlos. Wissen sollte man zudem, dass Bruni Italiener ist und demnach die italienische Flora vor seiner Haustür hat. Und diese unterscheidet sich eben doch etwas von der Flora in Deutschland. Ich hätte mir zudem einen Anhang gewünscht, in dem einige weiterführende Informationen genannt werden. Bruni gibt nirgendwo wissenschaftliche Literatur an. Dabei hätte mich teilweise schon interessiert, wo man die jeweilige Information noch einmal nachlesen kann und woher sie stammt. Zudem bin ich mir nicht sicher, ob jeder bereit ist, 17 Euro für ein Taschenbuch, das zwar sehr schön, aber doch recht schnell ausgelesen ist, bezahlen will.

Abgesehen davon gefiel mir das Buch aber sehr. Bruni erzählt unterhaltsam über seine Begeisterung, die ihn auch in seiner Freizeit verfolgt. Er plaudert öfters aus seinen Erlebnissen aus seiner Kindheit und über seine Erlebnisse im Garten und geht darauf aufbauend zu Wissenswertem aus der Wissenschaft über. So holt er den Leser quasi direkt sich zu Hause ab, um sich mit ihm auf eine kleine Reise in die Welt der (Natur-)Wissenschaft zu begeben. Dabei bringt er gerade so viel Wissenschaft mit ein, dass das Buch noch gut als Unterhaltungslektüre zu lesen ist. Parallel erhält der Leser noch allerhand nützliche Informationen, wie er seinen Garten besser bewirtschaften kann.

Fazit

Ein schönes Buch, das einem den Garten einmal aus einer wissenschaftlichen Perspektive zeigt. Besonders als Geschenkbuch für Gartenbesitzer zu empfehlen.

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