Das Anschreiben

Das Anschreiben: Der richtige Aufbau, die richtige Struktur

Richtig ist, dass das Anschreiben häufig zuerst gelesen wird. Wird also das Anschreiben „verpatzt“, so gibt es ein Risiko, dass alles weitere nur noch mit halbem Interesse gelesen wird, wenn überhaupt. Es gilt die Alles-oder-Nichts-Regel: Wer sich wenig Mühe gibt und z. B. Rechtschreibfehler zulässt, der hätte sich auch gleich ganz die Bewerbung sparen können. Große Verlage erhalten täglich Bewerbungen! Initiativbewerbungen machen dabei einen großen Teil des Bewerbungsaufkommens aus. Wer hier aus der Masse herausstechen und zum Bewerbungsgespräch geladen werden möchte, muss gedankenvoll vorgehen. Ein wichtiger Schritt ist das Sammeln von Informationen. Kennt der Bewerber nur die üblichen Details, die gleich auf der Hauptseite der Konzernwebsite stehen, oder hat er tiefer gegraben?

Im Einzelnen heißt das…

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Schon auf die Betreffzeile darf gerne Energie verwendet werden. Handelt es sich um eine Initiativbewerbung oder bezieht man sich auf eine bestimmte Ausschreibung? Diese Information gehört in die Betreffzeile, damit der Personalreferent nicht erst noch lange suchen muss, wie er die Bewerbung einordnen soll.

Im ersten Abschnitt muss ein klarer und möglichst unmittelbarer, persönlicher Bezug hergestellt werden. Schreiben Sie zum Beispiel, wie Sie auf den Arbeitgeber aufmerksam wurden:

„Sehr geehrte Frau x,

das Buchportal fabelhafte-buecher.de zählt Ihren Verlag zu den empfehlenswerten Arbeitgebern der Branche und selbstverständlich besitze ich persönlich eine ganze Reihe von Büchern aus Ihrem Hause“. (…)“

Es lohnt sich auch bei der Initiativbewerbung auf jeden Fall, einen Ansprechpartner namentlich zu ermitteln, vielleicht durch ein kleines Telefonat. Dann kann man sich auch gleich eingangs auf das „freundliche Telefonat“ berufen. Weil jedes Bewerbungsschreiben im Kern immer auch ein Motivationsschreiben ist, muss in wenige Worten dargelegt werden, was an der neuen Stelle in dem Zielunternehmen so reizend ist. Sie haben sich ohne Ausschreibung, also initiativ beworben? Dann muss klar sein, dass bei ihrer Initiativbewerbung mehr als nur der große Name oder der Zufall eine Rolle gespielt hat.

Jemand will zu Hanser, weil die Firma doch so „haptisch hochwertige Produkte“ herstellt? Zu C. H. Beck, weil dort „die Trends gesetzt“ werden und an Random House „reizt die Internationalität“? Na, prima – das lesen die Herrschaften dort vermutlich in jeder zweiten Bewerbung. Wenn Sie Detailwissen zeigen möchten, dann graben Sie tiefer!  Wenn Sie sich bei einem einzelnen Unternehmen bewerben, dann lohnt sich auch der Aufwand, in Zeitungsmeldungen, Geschäftsberichten usw. zu blättern. So zeigt man, dass man sich intensiv mit der Stelle auseinandergesetzt hat.

Vor dem Start…

Was ist ein eigentlich im Kern ein Bewerbungsanschreiben? Etwas, dass man manchmal auch Motivationsschreiben nennt. Und das ist der zutreffendere Name, denn es ist doch ein Schreiben, mit dem man möglichst individuell seine Motivation für die Bewerbung zum Ausdruck bringt. Vor dem Start ist ein entscheidender Schritt der Perspektivwechsel.

  • Perspektivwechsel: Ein entscheidender Schritt ist der Perspektivenwechsel – bei der Initiativbewerbung wie bei jeder anderen Bewerbungsform. Wer versucht, ein Anschreiben aus der Brille des Empfängers zu lesen, wird zu wirklich weiterführenden Einsichten gelangen. Der Chef eines eher kleinen Unternehmens liest die Bewerbungen häufig noch selbst und scannt die Bewerbungen insbesondere auf eine Information hin: Bietet der Bewerber mir hier Mehrwert oder nicht? Der Personalreferent des Großunternehmens wird vor allem wollen, das der Bewerber schnell zum Punkt kommt: Er hat jede Menge Lesestoff vor sich. 
  • Motivation darlegen: Macht sich der Bewerber Gedanken und bemüht sich, einen klaren Bezug des eigenen Profils zu dem der Firma und/oder zum gewünschten Profil der Ausschreibung herzustellen, so merkt man dies dem Anschreiben an. Wer versucht, seinen Mehrwert für die Firma darzulegen, zeigt, dass er die Perspektive des Arbeitgebers eingenommen hat und kann auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch hoffen.
  • Gründlich vorbereiten: Zur Recherche ist natürlich zunächst die Website des Unternehmens relevant. Der Unternehmensbericht ist eine tolle Detailquelle, soweit vorhanden. Aber auch Sekundärquellen, d. h. beispielsweise Job-Portale, sind hilfreich. Dort lassen sich alle Anzeigen einer Firma filtern und so insgesamt ein stimmiges Bild über den Anforderungskatalog des jeweiligen Arbeitgebers gewinnen. Ob Initiativbewerbung, Kurzbewerbung, oder Bewerbung auf eine Ausschreibung – immer zeigt man damit, dass man sich gut vorbereitet hat.

Dein Profil und das Firmenprofil – suche Überschneidungen!

Im zweiten Abschnitt bringt der Bewerber seine ganze Redegewandheit auf, um möglichst elegant diejenigen Fähigkeiten von sich herauszustellen, die vom Arbeitgeber gewünscht sind – sofern eine Stellenanzeige vorliegt. Ist dies nicht der Fall, muss ein Bezug zum Profil der Firma hergestellt werden. Wer Belege hat, ist klar im Vorteil. Man schreibe nicht etwa „Ich bin sicherlich teamfähig und ein guter Motivator“, sondern viel eher „Schon durch meine ehrenamtliche Tätigkeit als Jugendgruppenleiter habe ich gelernt, andere zu motivieren und mich in Teams einzufühlen“. Die zweite Variante ist glaubwürdig, quasi „belegt“, während die erste Variante von jedem behauptet werden kann.

Dies gelingt freilich nur, wenn denn entsprechende Bezüge herstellbar sind. So wurde dann zugleich grazil das ehrenamtliche Engagement eingeflochten, ohne das dafür ein neuer Satz verwendet werden musste. Wer im Leben viel gemacht hat, weiß, das es nicht leicht ist mit einer Seite auszukommen. Gerade auch bei der Initiativbewerbung nicht, bei der man sich ja nicht an den konkreten Anforderungen der Ausschreibung orientieren kann und sich kurz halten soll. Überschneidungen zu Aussagen, die auch im Lebenslauf getroffen werden, lassen sich kaum vermeiden, sollten aber dennoch nicht überhand nehmen. Natürlich darf sich das Anschreiben nicht einfach wie ein umgeschriebener CV anhören.

In der Schlussformel ist es angebracht, den möglichen Eintrittstermin zu benennen. Gehaltswünsche hingegen sollten nur geäußert werden, wenn die Firma darum gebeten hat. Also bei Initiativbewerbungen gar nicht. Sollten allerdings Gehaltswünsche erbeten sein, muss man sich etwas Gedanken machen. Es ist sinnvoll, sich über die typischen Gehaltsstrukturen der Branche zu informieren und Durchschnittswerte zu nennen, um nicht uninformiert zu erscheinen oder abschreckende Vorstellungen kund zu tun.

Wie umgehen mit Musterbewerbungen und Musterlebensläufen?

Zum Schluss noch einige Hinweise zu Copy & Paste: Im Internet gibt es etliche Muster für Lebensläufe und Bewerbungsanschreiben. Prima! Also einfach reinkopieren und los schicken?

  • Inhaltlich: Die Muster dienen der Orientierung. Da Muster allgemein zugeschnitten sind, können sie nie passgenau zum eigenen Profil passen. Gerade Abweichungen, wenn sinnvoll, machen die Bewerbung zu einem Unikat und damit erst interessant!
  • Stilistisch: Es gibt unterschiedliche Ansätze, die variieren. Z. B. kann in kreativen Berufen – z. B. Marketingabteilungen – auch die Bewerbung kreativer gestaltet sein, in konservativen Berufen, etwa Banken und Versicherungen, wird das hingegen oft mit einem Stirnrunzeln aufgenommen werden.  Wer kennt nicht das Beispiel, wo dem Kreativdirector einer Werbeagentur ein frisches Steak ins Büro geliefert wurde – zusammen mit dem Hinweis: “Sie brauchen Frischfleisch? Dann laden Sie mich zum Bewerbungsgespräch!” So extrem muss es nicht sein – jedoch bieten Musteranschreiben und Musterlebensläufe gewisse Anregungen.

    Zur Hauptseite: Bewerbungen im Buchsektor – Tipps und Tricks

    Autor: Beste Bücher

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