Barbara Wendelken: „Das Dorf der Lügen“

Rezension von frida.

Inhalt

Neu und frisch von der Polizeischule kommend, tritt Kommissarin Viktoria Engel ihren Dienst auf dem Kommissariat in Martinsfehn an. Gleich bei ihrem ersten ‚richtigen‘ Einsatz kommt es durch ihren Übereifer zu einer fatalen Kurzschlusshandlung.

Der daraufhin umarrangierte Tatort sollte das Geschehen eigentliche vertuschen. Stattdessen wird im Nachhineingesehen wird damit aber nur der Grundstein gelegt, der das wacklige Lügengebilde eines ganzen Dorfes ins Wanken bringt. Einmal mit der Lügerei angefangen, schaffen es weder Viktoria noch die in die Geschichte verwickelten Personen, einen Ausweg daraus zu finden. Und so kostet es nicht nur Rouven das Leben…

Rezension

Viktoria Engel, frisch gebackene Polizeikommissarin wird dem Revier Martinsfehn unter der Leitung von Hauptkommissar Renke Nordmann steht, zugeteilt. Dort mischt sie zunächst erst einmal, mehr oder weniger gewollt das alt eingeschworene bisher nur aus Männern bestehende Team auf. Sie ist verdammt jung, sehr hübsch und sich ihrer Ausstrahlung auf die neuen Kollegen mehr als bewußt. Bei einem Einsatz zu dem sie mit ihrem Kollegen Oliver Dellbrink kurz vor Dienstschluss eingeteilt wird, stellt sich heraus dass beide schon seit längerem ein Verhältnis miteinander haben. Als es bei diesem Einsatz, durch die Verkettung unglücklicher Umstände zu dem tragischen Tod des jugendlichen Rouven kommt, nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Die Beziehung von Oliver und Viktoria bekommt erste Risse.

dorf der lügenAuf der Suche nach einer mysteriösen Zeugin, die zur Aufklärung der Todesumstände von Roeuven eigentlich dringend befragt werden müsste leider aber unauffindbar bleibt, stellen sich immer mehr neue Fragen. Hatte Rouven überhaupt eine Freundin? Und wenn ja, wer war sie und wer kennt sie? Fragen die noch nicht beantwortet sind, als ein dramatisch arrangierter Mordanschlag Polizei und Dorfbewohner gleichermaßen erschreckt.

Die Inszenierung des sorgfältig geplanten Mordanschlags beinhaltet mehrere Tatortmerkmale des zu Tode gekommen Jugendlichen, die der Öffentlichkeit nicht bekannt sind. Die Polizeibeamten sind ratlos und die Dorfbewohner reagieren zunehmend verunsichert. Trotzdem sind diejenigen, die etwas zur Lösung beitragen könnten, nicht dazu bereit ihr Wissen preiszugeben.

Und so bleibt es bis zum Schluss absolut spannend. Vor allem auch deshalb, weil man immer den vermeintlichen Täter/in als das nächste Opfer schon wieder ausschließen muss.

Infos

Barbara Wendelken wurde 1955 in Schwanewede bei Bremen geboren. Die gelernte Kinderkrankenschwester veröffentlicht seit 1996 regelmäßig Kinderbücher, Kriminalromane sowie zahlreiche Kurzgeschichten in Anthologien. Wenn sie nicht schreibt, genießt die Autorin mit ihrem Mann das Landleben in Ostfriesland.

Bewertung

Historischer Wert: 1

Spannung: 5

Lesefreundlichkeit: 4

Ratgeber:1

Muss-man-gelesen-haben: 5

(1-kaum zutreffend / 5-besonders zutreffend)

Lieblingszitate

S. 79 …Lehnart ließ diese Bemerkung unkommentiert, was möglicherweise dem Salamibrötchen zu verdanken war.

Renke denkt: S. 80 “graue Haare …was Robert interessant aussehen ließ, seinen Hund einfach nur alt.“