Cassandra Clare – „City of Fallen Angels. Chroniken der Unterwelt 4“

Rezension von Lisa

Love. Blood. Betrayal. Revenge.
The stakes are higher than ever.

 Inhalt und Rezension

Simon Lewis muss sich noch daran gewöhnen, ein Vampir zu sein. Besonders seit seine beste Freundin Clary kaum noch Zeit für ihn hat. Sie ist zu beschäftigt mit ihrer Ausbildung zur Schattenjägerin und träumt von ihrer großen Liebe. Doch finstere Dinge geschehen. Ist der Krieg, den Simon gewonnen glaubte, noch nicht vorbei?

„Stadt der zerstörten Hoffnungen“

City of Fallen Angels steht schon seit April diesen Jahres ungelesen im Regal, weil ich mich aus Angst vor einer Enttäuschung nicht an das Buch herangetraut habe. City of Glass war so ein toller Abschluss der Reihe und diese schöne Erinnerung wollte ich mir nicht zunichte machen. Doch leider ist es jetzt passiert. Das schöne Andenken an die Reihe ist zerstört! Ja, das klingt jetzt garantiert furchtbar dramatisch und übertrieben, aber anders vermag ich meine Gefühle nicht in Worte zu fassen. Alles, was die früheren Teile so lesens- und liebenswert gemacht hat ist verschwunden.

Die Charaktere sind nur noch Abziehbilder und haben ihr Feuer verloren. Vorher waren die Figuren wirklich großartig und authentisch. Bei City of Fallen Angels hingegen wirken sie furchtbar uninspiriert, langweilig und schwatzen immerzu dasselbe – wie ein Tonband, das immer wieder von Neuem gespielt wird. Nervig! Vorher wäre ich nie auf den Gedanken gekommen Jace, Clary, Alec oder irgendjemand sonst als „nervig“ zu bezeichnen!) Dann gibt es auch noch Beziehung bzw. Eifersuchtsdramen hoch 4! Clary/Jace, Alec/Magnus, Simon/Isabelle/Maia, Maia/ihr Ex-Freund – Cassandra Clare, jetzt mach aber mal halblang! Was soll das? Wenn ich ein Liebesdrama will, schaue ich mir die Seifenopern im deutschen Nachmittagsprogramm an. Dazu benötigt es kein Mortal Instruments Buch!

Das Beziehungsproblem zwischen Clary und Jace hatten wir doch schon längst durchgekaut, doch scheinbar fängt jetzt alles wieder von vorne an. Dabei hätte doch alles so schön sein können! Sie wären ein wirklich tolles Paar, wenn Jace nicht wieder mit seiner „oh-Gott-ich-bin-genauso-böse-wie-mein-Vater-und-muss-Clary-vor-mir-selbst-beschützen-indem-ich-sie-zurückweise“-Nummer anfangen würde und Clary sich darauf hin nicht wieder in tiefste Depressionen stürzen würde. Seufz… die Kussszenen waren völlig unromantisch – die Chemie aus den vorherigen Bänden ist weg!

Der Plot ist so dürftig und dünn, dass Cassandra Clare wohl nichts besseres einfiel, als die Seiten mit ein und den selben Dialogen zu füllen. So etwas kenne ich sonst vom Bestseller-Produzenten Dan Brown. Die Geschichte gegen Ende war so aufgesetzt und erzwungen, dass es schon fast peinlich ist. Der Abschluss selbst ist… (oh Mann!) der mieseste Cliffhanger seit es miese Cliffhanger gibt. Das Cassandra Clare zu so einem Mittel greifen muss, um Spannung zu erzeugen, zeigt, wie weit es um ihr schriftstellerisches Können bestellt ist.

Wäre es lediglich ein weiterführendes Bonuskapitel nach dem Motto „Was danach geschah“ gewesen, hätte ich es total okay gefunden. Als eigenständiges Buch versagt City of Fallen Angels jedoch komplett.

Fazit

Beim Schreiben dieser Rezension klang mir ständig der Satz „Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist.“ in den Ohren. Ich bereue es vom ganzen Herzen, nicht auf diesen Spruch gehört zu haben. 🙁 Warum? Warum? Warum? Warum konnte Cassandra Clare es nicht im Guten enden lassen, sondern musste eine unnötige Fortsetzung anhängen? (ganz einfach: Profitgier) Und warum musste ich dieses Buch dann auch noch kaufen? (Neugier) Warum habe ich nicht nach dem dritten Band aufgehört? (Dummheit)

O wei, ich glaube ich muss mir einen Reread der ersten drei Teile vornehmen, um mir wenigstens ein bisschen Hoffnung zurückzugeben. Diese Enttäuschung ist nur schwer zu verkraften.

Lisas Bewertung: 2,2 von 5 Sternen!
(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Auf den ersten Blick

Im Gegensatz zu den deutschen Covern mag ich die Englischen eigentlich sehr. Das Titelblatt zum neusten Buch kann aber nicht so ganz punkten. Dabei ist die Idee, ab jetzt zwei Personen abzubilden, gar nicht mal so schlecht. Doch warum hat man die Gesichter voll abgebildet? (siehe TB Ausgabe links) Clary sieht mit den leblosen, hellen Augen aus wie ein Zombie…

Infos

Titel: City of Fallen Angels   Dt. Titel: City of Fallen Angels   Sprachniveau: Mittelleicht   Autor/in: Cassandra Clare   Reihe: The Mortal Instruments #4   Verlag: Walker Books   Format: Broschiert, 424 Seiten, eBook.   Erscheinungsdatum: 05.04.11   Preis: 10,70€ ISBN: 1406328677

 

Redaktion von Beste Bücher

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