Judith Winter: „Lotusblut“

Rezension von Marion

Das Unternehmerehepaar Klatt entführt ein 10 jähriges asiatisches Mädchen namens Kaylin. Als die Eheleute ermordet im Hotel gefunden werden, ist dort aber kein Kind. Emilia Capelli und Mai Zhou von der Frankfurter Polizei ermitteln nun in diesem Fall.

Sie finden heraus, dass Sun Chang der Onkel des verschwunden Mädchens ist. Doch als diese gefunden wird, kommt es vor allem Em komisch vor, dass Kaylin vor ihrem Onkel flüchtet. Was ist da los? Und was haben die Klatts damit zu tun?

Als das BKA Em und Zhou von dem Fall abziehen lässt, ermitteln Em und Zhou verbotener Weise weiter. Em fällt dieser Fall besonders schwer, da sie als Kind eine traumatische Erfahrung hatte, es handelte sich damals auch um ein 10-jähriges Kind. Daher lässt sie nichts unversucht, Licht ins Dunkel dieses Falles zu bringen, um Kaylin zu helfen.

Meine Meinung

Dies ist bereits der 2. Teil aus der Reihe um Em und Zhou von Judith Winter. Der erste Band heißt Siebenschön. Der Thriller hat mir gut gefallen. Die Geschichte war spannend.

Besonders gefallen haben mir die chinesischen Weisheiten die in den Fall eingebaut waren. Zhou selbst, aber auch ihr Vater und Kampfsportmentor lassen ab und an einige Weisheiten einfliessen. Diese erscheinen erst unbedeuten, nur dahergesagt. Aber im weiteren Fall erkennt man doch die Wahrheit die aus ihnen spricht.

Das Verhältniss der beiden Ermittlerinnen war ja seit dem ersten Teil schwierig. Daran hat sich im Grunde nichts geändert. Man bekam aber das Gefühl, dass die beiden auf Dauer gute Freunde werden können. Hat es mich im ersten Teil noch gestört, dass das Verhältniss der beiden zu viel im Vordergrund steht, empfand ich es hier als passend. Die zwei gefallen mir, vor allem gerade wegen ihrer Gegensätze. Judith Winter hat mit ihnen Personen geschaffen, die auch Ecken und Kanten haben. Das finde ich toll, es macht die Charaktere für mich sehr menschlich.

Die weiteren Charaktere passen gut ins Gesamtbild. Alex Decker, der Kollege von Em und Zhou, ist den beiden durch Recherchearbeiten behilflich. Er ist Teil des Teams der Abteilung Kapitaldelikte. Makarov, der Chef der Abteilung, verzweifelt oft an Ems Widerwillen sich an Regeln zu halten. Es wird klar, das Zhou die Stelle als Ems Partner bekommen hat, um Em durch Zhous ruhige Art auf den richtigen Weg zu bringen. Lediglich vom Polizeipsychologen Sebastian Koss hätte ich mir, wie schon im ersten Band, mehr Präsenz gewünscht. Er tauchte nur am Rande auf, aber er gefällt mir als Person sehr gut, so dass ich mir mehr Mitarbeit von ihm gewünscht hätte.

Dieser Bestseller hat mich sehr gut unterhalten, und ich freue mich auf den bereits erschienenen dritten Band. Sterbegeld lautet sein Titel, und er steht schon in meinem Regal.

Judith Winter wurde 1969 in Frankfurt geboren. Sie studierte Psychologie und Germanistik. Mittlerweile lebt sie mit ihrer Familie in Konstanz.