Patrick Cave – „Perfekte Schwestern“

Rezension von Lisa

Inhalt

Nach der Klimakatastrophe haben wenige mächtige Familien das Reich unter sich aufgeteilt und kontrollieren es mit Hilfe der Medien. Unversehens geraten die beiden Schwestern Mira und Adeline zwischen die Fronten. Sie nehmen den Kampf gegen die gezüchteten »Neuen Idealen« auf, die das Volk unterdrücken.

Als es Adeline gelingt, sich bei »Fit to survive«, einer Überlebensshow im Fernsehen, einzuschleichen, provoziert sie einen Aufstand der Bevölkerung …

Auf den ersten Blick

Da es in dem Buch um das Klonen geht und das Szenario nach einer Eiszeit stattfindet, passt das Cover mit den identischen Mädchengesichtern und den Eiskristallen am Rand sehr gut.

Vorab…

Perfekte Schwestern vereint die bereits 2004 und 2005 auf Englisch erschienen Dystopie-Romane Sharp Nord und Blown Away. (Das war wohlgemerkt lange vor dem Hunger Games Hype).

Der erste Band erschien auch schon 2005 unter dem Namen Das Saint-Netzwerk, auf den zweiten Teil musste das deutsche Publikum leider vergeblich warten…bis jetzt!

Mit diesem Doppelband ist die Reihe endlich komplett.

Rezension

Nicht wirklich „schlecht“, aber…  Ich muss zugeben, dass ich einige Schwierigkeiten mit dem ersten Teil des Buches hatte. Man merkt zwar, dass dem Autor der Stoff am Herzen liegt, aber man merkt auch, dass er nicht so richtig wusste, wohin die Geschichte führen soll. An manchen Stellen ist das Buch nämlich einfach nur konfus und unübersichtlich. Schade! Das Szenario und der Gesellschaftsentwurf sind ohne Frage interessant, aber da der Autor Erklärungen und Hintergrundinfos nur sparsam sät, bekommt man als Leser kein richtiges Bild vermittelt und kann manche Aktionen nur schwer nachvollziehen. Das Schlimmste: Diese offenen Handlungsstränge und Lücken ziehen sich durchs gesamte Buch.

Alle paar Seiten werden Figuren ohne jede Erklärung eingeführt. Nach ein paar Seiten verschwinden die Charaktere dann wieder, ohne das der Leser auch nur eine Ahnung von ihren Beweggründen/Gefühlen usw. hat. Auch die Beziehung zwischen den einzelnen Personen ist schlecht ausgearbeitet. Man denkt einfach, da müsste noch irgendein Gespräch oder irgendetwas anderes kommen, aber -Plop- da verschwindet eine der Personen und wird nie wieder im Buch erwähnt. Die Protagonisten selbst trifft es auch nicht besser. Sie haben kein Innenleben und wirken blass, unausgegoren und wecken daher keinerlei Emotionen im Leser. Ja, die meiste Zeit war mir das Wohlergehen von Mira und Co. Sogar ziemlich EGAL. (Aber was gibt es schlimmeres, als ein Buch, dass einem völlig kaltlässt?)

Mit einem Wort: Unbefriedigend. Für den ersten Teil hätte das Buch von mir 1,5 Sterne gekriegt. (wenn überhaupt). Das zweite Buch hat das Ruder dann doch noch herumgerissen. Das liegt zum Einen an den Rückblenden (zu der Zeit vor der Klima Katastrophe) und zum Anderen an den Charakteren. Nicht alle, aber zumindest ein kleiner Teil der Akteure entwickelt sich weiter. Auf den letzten paar hundert Seiten hatte ich endlich das Gefühl, eine Geschichte über PERSONEN zu lesen. (und nicht bloß über leere Hüllen…). Die meisten Entwicklungen waren vorhersehbar, aber dennoch waren die letzten 300 Seiten spannend und interessant zu lesen. (Warum hat der Autor nicht gleich von Anfang an so geschrieben??) Am Ende bleibt immer noch ein Haufen Fragen zurück, aber alles in allem ist der Ausgang für den Leser erträglich.

Fazit

Der Großteil des Buches würde ich nicht gerade mit dem Attribut „Lesenswert“ betiteln. Es gibt einfach zu viele Unstimmigkeiten, Plotlücken usw. Erst die letzten 200 bis 300 Seiten vermögen zu fesseln und den Leser emotional zu berühren. Bei 900 Seiten ist das aber reichlich zu spät; mehr als gut gemeinte 3 Sterne kann ich daher nicht vergeben. Das Buch ist nicht wirklich schlecht, aber in Anbetracht der Masse an Dystopien, die den Markt derzeit überflutet, zieht Perfekte Schwestern ganz klar den Kürzeren. Es gibt so um die 1000 bessere Dystopien…

Lisas Bewertung: 3,0 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

 


Redaktion von Beste Bücher

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