Rebecca Gober & Curtney Nuckles – „Night Marchers“

Rezension von Lisa

– Nie, nie, nie sollst Du einem von ihnen in die Augen sehen… –

Inhalt und Rezension

Eins vorneweg: Nach der Hälfte des Buches war ich so entnervt, das ich den Inhalt nur noch überflogen habe. Der Grund: klischeehafte, geradezu lächerlich unrealistische Charaktere und Beziehungen. Abgesehen davon ist auch der Schreibstil absolut simpel und auf dem Niveau eines 5. Klässler-Aufsatzes. Später mehr dazu.

Würde es sich bei »Night Marchers« um eine Parodie von Jugendbüchern handeln, wäre der Roman genial. Da das Buch aber bedauerlicherweise ein ernst gemeinter Schreibversuch ist bleibt mir nichts anderes übrig, als »Night Marchers« in seine Einzelteile zu zerpflücken.

Die Protagonistin Emma ist ein Unikat und hebt die Begriffe Naivität, Unglaubhaftigkeit und Idiotie auf eine neue Stufe. Wenn sich die Autorinnen bei Schreiben auch nur ein einziges Mal in die Charaktere hineinversetzt hätten, wäre ihnen klar gewesen, dass sich KEIN Mensch so verhalten würde.

Tristan – GQ Model und Spezialist für verschwundene Badehosen   Sobald die liebe Emma dem zwei Jahre älteren Tristan begegnet, gibt es kein Halten mehr: Mindestens eintausend mal muss der Leser sich anhören wie unglaublich gut er doch aussieht, was für eine tolle Farbe seine Augen haben, wie Emma aufgrund seines Aussehens der Unterkiefer runterklappt oder sie den Atem anhält, blablabla. Die Gedanken, die ihr durch den Kopf gehen, befinden sich alle auf dem Niveau von „Wow, he’s so GQ I think to myself.« -___-   Und dann lest erst einmal ein gesamtes Buch aus dieser Perspektive! Ich glaube, mir sind von dem ganzen Schwachsinn zwischenzeitlich ein paar Hirnzellen abgestorben. XD

Kommen wir nun zur berüchtigten Surf-Szene. Nachdem Emma ihre anfängliche Schüchternheit überwunden hat, trifft sie sich mit ihrem Angebeteten zu einer Surf-Stunde. Es kommt, wie es kommen musste: Emma verliert im Wasser ihre Badehose. Oh Schreck! „My swimsuit bottoms are missing! I begin frantically looking all around me trying to see if they’ve surfaced. I don’t spot them and I’m mortified! To make it worse Tristan is swimming towards me!” (tatsächlicher Wortlaut)   Welch ein Glück, dass Tristan zur Stelle ist! Todesmutig paddelt er durch die stürmischen Fluten zum Strand zurück, um ein Handtuch für seine Liebste zur organisieren. Emma ist ihrem Retter in der Not wahnsinnig dankbar dafür:   „You truly are one of the last few gentlemen left in this world. I truly am grateful.” (Welches 17-jährige Mädchen redet so?)

Ich habe mich echt gekugelt vor Lachen. xD

HAHAHA – das ist nicht euer Ernst, oder? Doch dann ziehen Wolken am Horizont auf. Es stellt sich heraus, dass Tristan eine äußerst „düstere“ Vergangenheit besitzt und ein großes Geheimnis bewahrt…… vor vier Jahren (da war er 15) hat er im Suff mit seiner Freundin ein Kind gezeugt, welches danach zur Adoption freigegeben wurde. *ggg* Was würdet ihr tun, wenn ihr plötzlich erfahren würdet, dass euer Mann/Freund vor Jahren ein Kind gezeugt hat? Geschockt sein? Schreien? Heulen? Eine Beziehungspause einlegen?   Nicht so Emma. Sie vergibt ihrem Freund auf der Stelle und ist sogar ganz begeistert, als Tristan ihr ein Foto von seinem Kind zeigt.

Bei so viel Einklang und Harmonie, mag es seltsam erscheinen, dass Emma auch noch Augen auf jemand anderen wirft. Sie ist völlig alleine am Strand, als sie einen fremden, gefährlich aber irgendwie auch gutaussehenden Mann entdeckt. Was macht sie? Sie schwimmt auf ihn zu.   Emmas “Logik”:„He couldn’t be a serial killer, after all serial killers aren’t usually cute, right?“   Klar, Emma, du hast völlig Recht. Serienkiller sind alle potthässlich, abstoßend, vernarbt und haben dunkle Augen, aus denen die Boshaftigkeit nur so funkelt. Solange ein Mann süß ist, kann er ja kein Verbrecher sein. *Kopf gegen die Wand schlag*

Hinzu kommt noch der amateurhafte Schreibstil. Auszug aus der Liste der Vergehen: •Rechtschreibfehler  •fehlende und falsch gesetzte Kommas  •sehr viel „Tell“ und wenig „Show“  •haufenweise Infodumps  •keine Prioritäten (viele Füllszenen und kaum richtige Handlung)  •unsinnige Wiederholungen •em Alter und Stand der Personen nicht angepasste Redensart (siehe Dankesrede von Emma)  •Missbrauch von Ausrufezeichen (die Badehose Szene ist ein gutes Beispiel dafür) Verwendung der Ziffernform(Zahlen von Null bis Zwölf werden immer ausgeschrieben)

An dieser Stelle höre ich mit den Schilderungen auf, sonst sitzen wir noch morgen früh hier. ;D

Fazit

Mit einem Wort: grauenhaft!

Es entzieht sich meinem Verständnis, wie jemand so ein Buch schreiben kann und erst recht, wie manche Leser es auch noch mit 5 Sternen bewerten können. Und selbst wenn die Fortsetzung das letzte Buch auf der Welt wäre, würde ich es nicht lesen!

Lisas Bewertung: 1 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Aufmachung

Das Motiv ist ganz nett, die typographische Gestaltung hingegen ein Graus. Eben ein typisches Indie-Cover…

Infos

Reihe: Night Marchers   Genre: Fantasy   Zielgruppe: Jugendliche   Verlag: Selfpublished   Format: Kindle Ebook, 350 Seiten   Erscheinungsdatum: 14.10.11   Preis: 0,89€

ASIN: B005W464WC

 

 

 

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