Richelle Mead – „Boodlines. Die goldene Lilie“

Rezension von Lisa

– Sollte Sydney den Alchemisten trauen – oder ihrem Herzen? –

Achtung! Die Inhaltsangabe und die Rezension können Spoiler zu der sechsteiligen »Vampire Academy« Reihe sowie dem Vorgänger »Bloodlines« von Richelle Mead enthalten.

Inhalt

Die Alchemistin Sydney Sage versteckt sich zusammen mit der Moroi-Prinzessin Jill Dragomir an einem Internat in Kalifornien. Obwohl sie gehofft hatten, hier vor den Machenschaften in der Welt der Vampire verschont zu bleiben, holt sie die Realität schnell ein.

Zusammen mit dem Dhampir Eddie und dem attraktiven Vampir Adrian setzt Sydney alles daran, Jill zu beschützen.

 

Aufmachung

Ich bleibe bei meiner Meinung: die englischen Cover sind die besseren. Es bleibt nur die Frage, warum gerade Jill zusammen mit Sydney auf dem Cover abgebildet ist. Die Moroi Prinzessin hat in »The Golden Lily« nämlich nur ganz wenige Auftritte und wird von den anderen Hauptcharakteren wie Adrian, Eddie und Angeline fast ausgestochen.

Meine Meinung

Der zweite Band enttäuscht nicht   »The Golden Lily« schlägt ebenso wie »Bloodlines« ein gemächliches Tempo an. Wer die Spannung  und den Nervenkitzel aus der »Vampire Academy« Reihe erwartet, wird von dem Spin-Off dementsprechend enttäuscht werden. Der Fokus liegt ganz klar auf den Beziehungen und Gefühlen der Protagonisten; Werte wie Freundschaft, Familie, Vertrauen und Liebe spielen eine große Rolle. Viele Autoren scheitern daran und servieren statt den groß angekündigten Emotionen nur lauwarmen Liebeskitsch. Nicht so Richelle Mead.   »The Golden Lily« ist mit Abstand eines der mitreißendsten YA Fantasy Werke, die ich in letzter Zeit gelesen habe. (Und dieser Ausspruch stammt wohlgemerkt von einem bekennenden Action-Fan und Romantik-Gegner! 😉 )

Selten war das Gefühlsleben der Protagonisten so unterhaltsam!   Bestseller-Autorin Richelle Mead versteht es, den Leser zu fesseln. Man wird förmlich in die Geschichte hineingezogen und durchlebt die Situationen hautnah mit. Man freut sich mit den Charakteren, lacht mit ihnen, leidet mit ihnen – was für eine Achterbahnfahrt der Gefühle! Die Figuren sind authentisch und lebendig, und so stört es auch gar nicht, dass die Handlung größtenteils vorhersehbar ist.

Der Beziehung von Syndey und Ardian wird in diesem Band noch mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Leicht macht es die Autorin den beiden aber wirklich nicht! Sydney hält leider immer noch an ihrer „Menschen und Vampire dürfen nicht zusammensein“ Regel fest, was für jede Menge Komplikationen und Dramatik sorgt.   Bei den Rendezvous‘ mit ihrem menschlichen Mitschüler Brayden handelt es sich gottseidank nur um ein Mittel zum Zweck, sprich: die Dates sollen den Plot vorantreiben und Sydney mit dem normalen Teenager-Alltag vertraut machen. Die Dreiecksbeziehung ist in diesem Falle also nur pseudohaft.

Daneben wird in »The Golden Lily« ein neuer Handlungsstrang eingeführt: Vampirjäger! Schon als in »Bloodlines« davon die Rede war, konnte man sich denken, dass das Thema später noch einmal zur Sprache kommt und nun ist es soweit. Ich find’s klasse ^^ Der Stoff für die kommenden Bände ist gesichert.

Eine menschliche Heldin  

Sydney macht kleine Schritte voran und wirkt in »The Golden Lily« schon offener und aufgeschlossener als in Band Eins. Ihr fällt es einfach nicht leicht, übernatürliche Phänomene zu akzeptieren. Nicht selten verhindern ihre persönlichen Ansichten das Vorankommen des Plot, da sie sich zum Beispiel weigert, bei der Forschung mitzuhelfen oder Magie zu wirken. Obwohl sie verantwortungsbewusst ist, einen hohen IQ besitzt und über viel Fachwissen verfügt, mangelt es ihr an anderen Stellen offenkundig an Erfahrung. Das zeigt sich darin, dass sie in sozialen und alltäglichen Situationen des Öfteren in ein Fettnäpfchen tritt und regelrecht „blind für die Wirklichkeit“ ist.

Doch Neurosen hin oder her: ich mag Sydney. Gerade die Schwächen sind es, die sie als Heldin so sympathisch und menschlich machen. 🙂   Was in »The Golden Lily« jedoch noch mehr auffällt als in »Bloodlines« ist Sydneys allgegenwärtiger Abnehmwahn. Sydney hat die amerikanische Kleidergröße 4 (entspricht in etwa der europäischen Größe 34), trotzdem zählt sie jede Kalorie doppelt und dreifach… oO Hallo? Andere wären froh, so eine Figur zu haben; Sydney empfindet sich im Vergleich zu den gertenschlanken Moroi aber immer noch als zu „dick“.   Manchmal würde man sie am liebsten an den Schultern packen und kräftig durchschütteln. (Wie zum Beispiel auch am Schluss… aaaaaargh! Wie kann die Autorin die Leser nur mit so einem Ende zurücklassen? Nach so viel Drama und Herzschmerz werde ich die kommenden acht Monate nicht überleben! xD )

Fazit

»The Golden Lily« ist ein würdiger Nachfolger; fesselnd, emotional, lustig und mitreißend. Das Ende steigert die Spannung ins Unermessliche, sodass ich schon jetzt damit anfangen werde, die Tage bis zum Erscheinen von »The Indigo Spell« zu zählen. 😉 Bloodlines ist einfach bestsellerverdächtig.

Anmerkung

Für alle deutschen »Vampire Academy« Fans sieht es momentan schlecht aus. Die deutsche Veröffentlichung von »The Golden Lily« wurde aus rechtlichen Gründen auf den 9.11.2012 verschoben. Der erste Band »Falsche Versprechen« wird ebenfalls erst wieder ab dem 13.09. im Handel erhältlich sein.

Lisas Bewertung: 4,7 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Infos

Übersetzung: Die goldene Lilie  

Reihe: Bloodlines #2  

Genre: Paranormale Fantasy  

Zielgruppe: Jugendliche  

Verlag: Razorbill  

Format: Hardcover, 421 Seiten  

Erscheinungsdatum: 11.06.12  

Preis: 12,95€

ISBN: 1595143181

 

Redaktion von Beste Bücher 

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