Thomas Thiemeyer – „Das verbotene Eden. David und Juna“

Rezension von Lisa

Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen.

Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer …

Auf den ersten Blick

Wie immer ist das Cover vom Pan Verlag sehr schön. Im Hintergrund ist die Landkarte abgebildet, die auch schon im Innenteil abgedruckt ist und die ein wenig an eine mittelalterliche Karte erinnert. Unter dem Umschlag ist das Buch übrigens in einem frischen Orangeton gehalten. Das Pärchen im Vordergrund kommt der Beschreibung von David und Juna doch sehr nah. Was mich allerdings ein wenig nervt ist die momentane Popularität des Motivs. Die Dame treibt ja auf zig Covern ihr Unwesen! 

Rezension

Geht so!

Kaufgrund: Eine post-apokalytische Welt, ein eskalierter Konflikt zwischen Männern und Frauen, dazu eine verbotene Liebe. Die perfekt Mischung für einen Bestseller! Eigentlich! Die Idee finde ich ziemlich genial – fast seltsam, dass vorher noch niemand darauf gekommen ist.

Die beiden Lager könnten unterschiedlicher nicht sein: Die Männer haben sich in den Ruinen der alten Städte verschanzt und profitieren von den Überbleibseln der früheren Zivilisation wohingegen die Frauen ein Leben auf dem Land begonnen haben, das ziemlich mittelalterlich anmutet. Die männlichen Überlebenden sind sehr christlich orientiert, was sich zum Beispiel auch in der Namenswahl (David, Marcus, Amon, …) widerspiegelt. Außerdem gibt es in ihrer Gemeinde ein Kloster, die Ritter der Heiligen Lanze, eine Kathedrale und einen Inquisitor. Die Frauen wiederum haben sich von der monotheistischen Religion abgewandt und verehren ein ganzes Pantheon an Göttinnen.

Es gibt noch viele Beispiele zu dem Thema, aber diese wenigen hier reichen schon, um sich ein grobes Bild von der Gesellschaft zu machen. Alles in allem ist die Umsetzung der geteilten Gesellschaft recht stimmig geworden. Die Welt, die der Autor hier erschaffen hat ist komplex genug und bietet daher ausreichend Raum für weitere Fortsetzungen.

Die Tatsache, dass die Geschichte in Deutschland – genauer gesagt im näheren Umkreis von Köln – spielt ist außerdem eine willkommene Abwechslung. Es gibt nur einen Punkt, bei dem es meiner Meinung nach ein wenig harkt: Die Frauen waren i-wie ziemlich benachteiligt. Die Männer haben sich die Städte, Gewehre und Motorräder usw. unter den Nagel gerissen Die Frauen mussten ihre gesamte Stadt selbst aufbauen, haben nur Pferde und Bögen und müssen die Männer trotzdem auch noch bei der Nahrungsversorgung unterstützen. Haben Junas Vorfahrinnen bei der Vergabe der Güter und der Festlegung der Regeln geschlafen oder was? xD Ansonsten kann ich mir nicht erklären, wie dieses ungleiche Verhältnis zustande gekommen ist… na ja… egal.

Die Bösewichter muten ein wenig klischeehaft an, allerdings hat mich dieser Umstand nicht wirklich gestört. Die „guten“ Charaktere waren zweifellos sympathisch. Juna ist eine starke Kriegerin und David ein ruhiger, aber netter junger Mann. Die Chemie zwischen den beiden stimmt, doch die groß auf der Buchrückseite angekündigte „wunderbar romantische“ Liebe kam nicht ganz rüber. David und Juna erinnert (gerade am Anfang) eher an einen historisch angehauchten Abenteuer Roman mit ein paar zarten Liebesbanden, als an eine romantische Dystopie.

Insgesamt haben mir die Charaktere und das Grundkonzept gefallen, ABER: Das Buch hat mich nicht gepackt. David und Juna braucht eine Weile, bis es in Gang kommt. Der Anfang ist nicht unbedingt langweilig (ich würde ihn eher als gemächlich beschreiben.) Später wurde es zwar besser, dennoch hatte ich nie das Gefühl, dass Buch unbedingt weiterlesen zu müssen. Schade drum!

Fazit

Schlecht war David und Juna auf keinen Fall. Aber es hat mich auch nicht so richtig aus den Socken gehauen. Hmmm… Thomas Thiemeyer scheint mir trotz allem ein fähiger Autor zu sein, deshalb werde ich die Reihe mal weiterverfolgen. Mit diesem Buch ist die Geschichte von David und Juna nun zu Ende erzählt. Der nächste Band Serie wird sich Junas Freundin Gwen und (dem bisher unbekannten) Logan widmen.

Lisas Bewertung: 4 von  5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Der Autor

Thomas Thiemeyer, geboren 1963, lebt in Stuttgart und arbeitete zunächst als Illustrator. Nach fünf rasanten mystischen Wissenschaftsthrillern entdeckte er mit den Chroniken der Weltensucher höchst erfolgreich das Jugendbuch für sich. Mit Das verbotene Eden – David und Juna beginnt ein neuer großer Zyklus, der in einer bedrohlichen Zukunft spielt.

 

Redaktion von Beste Bücher

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