Rezension von Annemarie

Es gibt viele Bücher, in denen bemängelt wird, wie schlecht es der Umwelt geht. Wir stehen vor dem größten Artensterben der Geschichte, der Mensch beutet die Ressourcen unserer Erde dermaßen aus und verschmutzt sie derart, dass schon in wenigen hundert Jahren kein menschliches Leben auf der Erde mehr möglich sein könnte. Das ist klar. Doch es gibt nur wenige – vielleicht viel zu wenige – Bücher, die nicht nur klagen, sondern konkrete, direkte und auf den Punkt gebrachte Ratschläge geben, was man denn tun kann.

Friedrich Schmidt-Bleek, ein Kernchemiker, der die bekannten Institutionen wie der OECD oder im Umweltbundesamt arbeitete und zudem noch lange Jahre an der Universität Dozent war, will dies mit diesem Buch ändern. Dazu stellt er – nach den zehn Geboten aus der Bibel – zehn Handlungsanweisungen vor, mit denen man, wenn man sie befolgt, die Erde effektiv schützen kann. „Die 10 Gebote der Ökologie“ besteht – bezeichnenderweise – aus zehn Kapiteln, die je ein Gebot beinhalten. Jedes dieser Kapitel oder Gebote beinhaltet eine Erläuterung des Problems, eine Erklärung, wie dramatisch dieses Problem weltweit ist, als Erklärung dafür, wie wichtig dem entgegengesetztes Handeln ist.

Dabei ist das Buch nicht im Volltext geschrieben, vielmehr sind pro Seite maximal drei Viertel der Seite beschrieben. Der Rest der Seite ist entweder leer oder von einem Schwarz-Weiß-Foto bedeckt. Die Besonderheit bei diesen Fotos ist, dass sie ausnahmslos alle einen grün gefärbten Teil haben. Generell ist das ganze Buch nicht nur konventionell mit schwarzer Schrift auf weißem Grund gehalten, vielmehr ist das Grün, das man schon auf dem Cover sieht, die dritte bestimmende Farbe, die das Buch dominiert. Wichtige Sätze ebenso wie die Überschriften sind in eben diesem Grün geschrieben, ebenso sind einfarbig grüne Seiten im Buch verteilt, die ein neues Kapitel bzw. Gebot anzeigen.

Rezension

Chapeau. Chapeau dafür, dass ein Universitätsdozent es dermaßen gut schafft, Dinge auf den Punkt zu bringen. Das hätte ich nicht so erwartet. Klasse finde ich auch, dass das Buch einen dicken Pappeinband hat. Dieser macht es ausgesprochen stabil, ist aber dennoch ökologisch korrekt. Der einzig Nachteil dieses Pappeinbands: Kommt das Buch mit Wasser in Berührung, ist es hin.
Soviel zu den auffälligen Sachen. Dazu aber gleich schon eine Kritik: Nach außen hin sieht dieses Buch sehr „grün“ und umweltfreundlich aus. Wenn ich aber sehe, dass eben dieses „umweltfreundliche“ Buch, das für den deutschen Markt bestimmt ist, in der Slowakei gedruckt wurde und die Buchseiten auch nicht aus Ökopapier bestehen, stellt sich mir schon die Frage, ob da nicht einiges an Greenwashing betrieben wurde.

Der Inhalt gefiel mir ganz gut. Schmidt-Bleek schafft es, die Themen kurz und gut darzustellen. Ihm ist es wichtig, Faktenwissen rüberzubringen. Für jemanden ganz ohne Vorwissen zum Thema Klimawandel ist dieses Buch leider nicht geeignet. Ein gewisses Vorwissen – auch auf der Ebene der Umweltpolitik – sollte man schon mitbringen, wenn man dieses Buch lesen will. Dann aber stellt Schmidt-Bleeks Buch eine gute Zusammenfassung dar, mit der der ganze Wust an Ökoliteratur auf ein Buch zusammengefasst wird. Allerdings hätte ich mir schon gewünscht, dass die zehn Gebote noch etwas mehr erläutert werden. Es hätte mich gefreut, wenn der lösungsorientierte Ansatz, weswegen mich das Buch doch interessierte, auch stringent durchgezogen worden wäre. So aber stehen die Kausalfaktoren für die Umweltzerstörung meiner Ansicht nach etwas zu sehr im Mittelpunkt.

Das Layout des Buches gefiel mir leider ebenfalls nicht so gut. Zuweilen wirkte das Miteinander von bunten Seiten, grün unterlegten Überschriften, bunter Schrift und bunten Fotos auch einfach überladen, sodass ich auf vielen Seiten nicht wusste, wohin ich zuerst schauen sollte. Die vielen verschiedenen Effekte lenkten hierbei leider doch sehr vom Text ab, der doch eigentlich das Wichtigste sein sollte. Das schränkte die Lesbarkeit des Buches meiner Ansicht nach doch recht stark ein. Hier wäre weniger wohl mehr gewesen.

Auch die Bilder an sich fand ich leider weniger ansprechend. Die Schwarz-Weiß-Grünen Fotos wirkten auf mich zu abstrahiert, um schön zu sein. Dies ist aber Geschmackssache. Anderen Menschen, denen ich die Illustrationen gezeigt habe, gefielen sie gut.

Fazit

Ein Buch , das sich einmal nicht nur mit den Umweltproblemen dieser Welt befasst, sondern Lösungsansätze in Form von zehn kurzen Sätzen (Geboten) aufzeigt. Es ist besonders für Menschen zu empfehlen, die sich mit dem Klimawandel schon etwas auskennen und ein Buch suchen, in dem Öko-Ratschläge übersichtlich dargestellt sind. Das ungewöhnliche Layout macht dieses Buch zu etwas Einzigartigem (ob in positiver oder negativer Hinsicht sei dahingestellt).

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