Literaturlexikon

A B CD E F G H IJ K L M NO P QR S T U V W XYZ

………

A

Adaption

Jedermann kennt aus der technischen Welt den „Adapter“, der inkompatible Geräte kompatibel macht. Das ist eine gute Eselsbrücke, denn die Adaption meint im literarischen Kontext die Anpassung eines Werkes an eine andere Form. Wenn z. B. ein erfolgreiches Buch geschrieben wird, bemüht sich die Unterhaltungsindustrie gern um die „Adaption“ zum Film. Dann wird das Buch so umgeschrieben, dass es zum Film taugt. Oder zum Theaterstück, Hörspiel, etc.

Allegorie

Verbildlichte Metapher (Vgl. Rhetorische Figur). Beispielsweise das Gerippe als „Tod“, oder Justitia als „Gerechtigkeit“. Roboter stehen in der Literatur oft allegorisch für Gefühlskälte; Roboterstaubsauger – in zugegeben modernen Romanen – nicht etwa für die Abkehr vom klassischen Staubsauger sondern für die immer seltener benötigten Ressourcen menschlicher Arbeitskräfte.

Anagramm

„Anna, von hinten wie von vorne…“ lautet eine berühmte, zweideutige Liedzeile aus einem bekannten Song. Und tatsächlich kann man das Wort „Anna“ gleichlautend lesen, ob von rechts nach links oder umgekehrt. Andere Begriffe lassen sich ebenfalls umstellen und ergeben dann einen neuen Sinngehalt. Viele Schriftsteller verwenden Anagramme ihrer Namen als Autorennamen, etwa Francois Rabelais Alcofribas Nasier für sein Buch Gargantua und Pantagruel. Paul Celan hieß in Wahrheit Paul Ancel.

Anekdote

Immer wieder werden Anekdoten, d.h. kurze pointenreiche Tatsachenberichte, auch verschriftlicht und so literarisch zugänglich. Jeder kennt und erzählt Anekdoten. Aus der Wissenschaft ist die „Anekdotische Evidenz“ als psychologisches Muster bekannt. Beispiel: Ich kenne zwei Journalisten, beide sind ziemlich neugierig. Daraus schließe ich fälschlich: Alle Journalisten sind neugierig. Obwohl der Gedanke nahe liegt und möglicherweise zutrifft, sind meine beiden Beispiele jedoch kein Beweis. Viele Menschen laufen jedoch in diese Anekdotische-Evidenz-Falle.

Antagonist

Siehe Protagonist

Aphorismus

Ein Aphorismus ist eine geistreiche, meist in einem Satz zusammengefasste „tiefere Wahrheit“, die vielleicht, wenn auch zusammengefasst, auf langer Erfahrung und / oder Überlegung beruht. Bekanntes Beispiel aus der Bibel: Die Aussage Jesu „Ihr sollt daher den Menschen so tun, wie ihr von Ihnen behandelt zu werden wünscht“ (Evangelien).

Autobiographie

Die Autobiographie (Griechisch: „autos/bios“ für „selbst/Leben“). beschreibt das Leben oder einen Lebensabschnitt des Autors. Beispiele für autobiographische Schriften sind Sartre’s „Die Wörter“ und Leo Trozki’s „Mein Leben„. Davon abzugrenzen ist die Biographie, die von einem anderen Autor verfasst wird. Häufig wird die Glaubwürdigkeit der Autobiographie in Zweifel gezogen, so zum Beispiel bei Casanovas „Geschichte meines Lebens„.

Autor: Beste Bücher

 

(Visited 68 times, 1 visits today)